Gesehenes und Fantasie

Das Landesmuseum Hannover zeigt eine Max Slevogt Retrospektive


Max Slevogt, „Schreitende Löwin im Käfig“, 1901, 52,5 x 58,8 cm, Öl auf Leinwand (© Landesmuseum Hannover)


Eindrucksvoll und vielseitig, so zeigt sich das Œuvre des Malers, Grafikers und Illustrators Max Slevogt (1868-1932) anhand der Werke die im Weltenmuseum zu sehen sind. Genau 150 sind es – eines für jedes Jahr, das seit dem Tag der Geburt des Künstlers am 8. Oktober 1868 vergangen ist. Diese stammen sowohl aus der vom Museum bewahrten Sammlung Wrede, als auch als Leihgaben aus zahlreichen hochkarätigen Museen. Die Ausstellung „Max Slevogt. Eine Retrospektive zum 150. Geburtstag“ stellt dabei unter anderem die „Doppelausrichtung“ des Künstlers heraus: Er malte sowohl aus der Natur und nach Gesehenem – bis 1901 als Realist, dann als Impressionist – aber auch aus seiner Fantasie – erst als Historist, dann als Expressionist. Bis 1903 finden sich auch viele Gemälde, deren Sujets Slevogts Vorstellungskraft entsprangen, ab dann hauptsächlich Grafiken. Zunächst malte er in bräunlichen Farbtönen, doch während eines Aufenthalts in Frankfurt, bevor er 1901 von München nach Berlin zog, entdeckte er die intensive impressionistische Farbpalette für sich. Wie die beiden anderen der bedeutendsten deutschen Impressionisten, Max Liebermann und Lovis Corinth, malte auch er in seiner Berliner Zeit unter anderem im Freien. Im Februar 1914 unternahm er eine Reise nach Ägypten, wo er in drei Monaten zahlreiche Zeichnungen und Gemälde schuf. Dieser Zyklus zählt zu den Höhepunkten seines Werkes. Nach Beginn des ersten Weltkriegs war Slevogt drei Wochen lang Maler an der Front. Erschüttert von der Brutalität und der Zufälligkeit des Todes im Schützengraben kehrte er nach Berlin zurück. Die in dieser Zeit entstandenen Malereien und Skizzen wurden 1917 von seinem Galeristen unter dem Titel Ein Kriegstagebuch veröffentlicht. Max Slevogts Schaffen umfasst alle kanonischen Bildgattungen: Stillleben, Landschaft, Genre, Historie und Porträt. |lh|


Max Slevogt.
Eine Retrospektive zum 150. Geburtstag
bis 24.2.19
Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 51
30169 Hannover
Di-Fr 10-17 h, Sa+ So 10-18 h
www.landesmuseum-hannover.de