Ästhetische Ankündigungen

Das PAN Kunstforum präsentiert polnische Plakatkunst

der letzten 23 Jahre

„Polski Jazz“-Plakat von Tomasz Bogusławski, zu sehen 

im Pan Kunstforum, Plakatmuseum in Emmerich


Die Polnische Unabhängigkeit feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Das PAN Kunstforum nimmt dies zum Anlass, um in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Düsseldorf – welches 2018 sein 25-jähriges Bestehen feiert – und der Plakatgalerie Dydo der polnischen Plakatkunst eine Ausstellung zu widmen. Die Plakatkunst hat in Polen eine lange Tradition. Schon vor der Unabhängigkeit wandten sich polnische Künstler der Gestaltung von Plakaten zu und noch immer gehören polnische Künstler zu deren angesehenen Designern. Im Zentrum der Ausstellung stehen Werke der beiden bekanntesten polnischen Plakatkünstler Jan Lenica (1928-2001) und Sebastian Kubica (*1975). Die Arbeiten beider Künstler zeichnen sich durch intensive Farben und abstrahierte Figürlichkeit aus. Während bei Lenica, der auch zahlreiche Zeichentrickfilme schuf, psychedelisch-surrealistische Elemente zu finden sind, vereint Kubicas Stil die klaren Formen von Stempeltechniken mit zeichnerischen Elementen. Doch auch Plakat-Highlights vieler anderer polnischer Künstler aus den Jahren des Bestehens der Galeria Plakatu Dydo – von 1985 bis 2018 – werden zu sehen sein: Gezeigt werden rund 160 Plakate, entworfen von 77 Künstlern, die verschiedenen Generationen und Schulen angehören, was sich auch in der Vielzahl der vertretenen Stile widerspiegelt. Die Exponate der Ausstellung „Polnische Plakatkunst 1985-2018. Lenica, Kubica und Freunde“ sind für Theater-, Zirkus- und Opernaufführungen, für Konzerte, Festivals, Wettbewerbe, Ausstellungen und Jubiläen entstanden. |lh|       


Polnische Plakatkunst 1985-2018. 

Lenica, Kubica und Freunde

15.9. bis 31.3.19

PAN Kunstforum Niederrhein

Agnetenstraße 2

46446 Emmerich am Rhein

Di. – So. 11 – 16h 

www.pan-forum.de

Visuelle Poesie

Papyrus-Collagen von Lore Bert im Mainzer Cadoro /

Von Marianne Hoffmann

Lore Bert, „ich fühle - ich denke (n. Kant)“, 2018, 

Collage mit Papyrus auf Japanpapier, 120 x 120 cm


Lore Bert blickt mit 82 Jahren auf mehr als 250 Ausstellungen in 28 Ländern zurück, und Tag für Tag schaut sie in ihrem Atelier, das sich im „Cadoro“, dem Kunst- und Wissenschaftszentrum der Mainzer Galeristin Dorothea van der Koelen, befindet, auf ein unglaubliches Konvolut an Werken zurück. Um einen Überblick über die unterschiedlichen Werkgruppen zu erhalten, hat Dorothea van der Koelen, die auch den Chorus-Verlag betreibt, einen Collagenzyklus aus den Jahren von 2015 bis 2018 als Buch herausgegeben und dazu eine Ausstellung zusammengestellt. Neben ihren bekannten dreidimensionalen Bildobjekten mit gekruscheltem Papier, die in verschiedenen Farben und Formaten entstehen, fertigt die Künstlerin auch zarte Papiercollagen aus feinstem Japanpapier und Papyrus an, die nun in der Ausstellung zu sehen sind. Diese zarten, von unzähligen Motiven, Mustern und feinen Zeichnungen bestimmten Collagen passen gut zur sommerlichen Hitze und vermitteln Leichtigkeit. Die Kreativität von Lore Bert scheint endlos zu sein, zu sehen an dem Variantenreichtum dieses in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum von etwa drei bis vier Jahren enstandenen Werkzyklus. Von den 400 sogenannten Papyrus-Collagen hat Dorothea van der Koelen circa einhundert ausgestellt. Alle sind quadratisch, von 30 x 30 bis 70 x 70 Zentimeter groß, entstanden nach dem immer selben Prinzip. Zwanzig Gramm leichtes handgeschöpftes Japanpapier aus Reisschleim werden in kleine quadratische Felder gefaltet und durch Papyruselemente, die Lore Bert 1996 aus Kairo mitgebracht hat, ergänzt. Bleistiftlinien vervollständigen die zarten Kompositionen. Konstruktive Formen, Geometrie, Architekturelemente, Ornamente, Zahlen und Buchstaben bilden ihr Formenvokabular, ergänzt durch geistes- und naturwissenschaftliche Ansätze. Philosophische und poetische Schriften von Kant, Goethe oder Rilke wandelt sie in Formen um und aus den Collagen wird visuelle Poesie.


Lore Bert - Papyrus Collagen von 2015-2018

bis  28.9.

Cadoro, Zentrum für Kunst und Wissenschaft

August-Horch-Straße 14

55129 Mainz

www.zkw.vanderkoelen.de