Leben heißt Bewegung

Im öffentlichen Raum der Stadt Eschborn sind Skulpturen von Dana Meyer und Karlheinz Oswald zu sehen


Seit 2012 organisiert das Kulturreferat der Stadt  Eschborn im zweijährigen Rhytmus eine Sommerausstellung. Dieses Jahr heisst diese Ausstellung „Dynamische Lebendigkeit“. Die Werke sind nicht nur in der städtischen Galerie zu bewundern, sondern begegnen den Bürgern auch beim Spaziergang durch die Stadt und den Skulpturenpark. Die Werke der jungen Bildhauerin Dana Meyer sind das Produkt harter körperlicher Arbeit und einem außergewöhnlichen räumlichen Vorstellungsvermögen. Ohne vorher auch nur einen Entwurf zu skizzieren, schmiedet sie aus Stahl meist große Tiere und Tiergruppen, die erscheinen, als seien sie mitten in einer Bewegung eingefroren. Es ist beeindruckend, wie gut es Meyer gelingt, dem harten Stahl weiche, lebendige Formen zu verleihen. Karlheinz Oswald dagegen benutzt bekanntermaßen klassischere Methoden der Bildhauerei. Bei den ausgestellten Arbeiten handelt es sich um gegossene Bronzen. Wie die bedeutenden Künstler der Klassischen Moderne Ernst Ludwig Kirchner und Edgar Degas hat auch Oswald eine Vorliebe für Studien tanzender Menschen. Diesem Aspekt seines Werkes widmet auch die Stadt Eschborn ihre Aufmerksamkeit. Oswalds kleine und große Skulpturen oszillieren zwischen Figürlichkeit und Abstraktion, sie kristallisieren ganze Bewegungsabläufe in einer unbewegten Form. In Kombination verweisen die Werke beider Künstler auf das Tier im Menschen und die Unerlässlichkeit der Bewegung für die Lebendigkeit. Denn Stillstand bedeutet Tod.  |lh|  (Abb.: Dana Meyer, „Schweine“, 2013)


Vierte Sommerausstellung 

„Dynamische Lebendigkeit“

Bis 4.10.

 

Galerie am Rathaus

Unterortstraße 27

65760 Eschborn

Di. und Do. 15-18 h und nach Vereinbarung

 

Skulpturenpark Niederhöchstadt

Im Trollinger 17

65760 Eschborn

Rund um die Uhr

www.eschborn.de


Unerwartet wertvoll

Altgriechische Metallkrüge in der Staatlichen Antikensammlung München

 Kostbarer griechischer Bronzekessel, in dem Wein und Wasser  gemischt wurden.  Aus Campanien, um 520 v. Chr., Höhe 63 cm


Eigentlich bestehen Krüge per Definition aus Glas oder Keramik. Vielleicht hat auch diese nicht gänzlich passende Übersetzung des Wortes „Hydria“, welches im Altgriechischen Gefäße zum Transport von Flüssigkeiten beschreibt, dazu beigetragen, dass weit verbreitet der Glaube herrscht, die alten Griechen hätten hauptsächlich Keramikkrüge gefertigt. Allerdings ist dies wahrscheinlich eher den archäologischen Funden geschuldet. Keramik ließ sich nicht weiterverwenden, wenn es einmal beschädigt war, Metall dagegen kann immer wieder eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden. Die Staatliche Antikensammlung München räumt nun in ihrer Ausstellung „Schimmernde Krüge von Erz“ mit dieser Vorstellung auf. Tatsächlich verwendeten die Griechen zahlreiche Gefäße aus Bronze, denn diese war zwar nicht so günstig wie Keramik, aber für gut situierte Bürger dennoch erschwinglich. Die reichsten Griechen besaßen sogar Silber- und Goldkrüge. Die metallenen Gefäße waren im Gegensatz zur Keramik nicht bemalt, weisen sich aber durch ihre detailreiche Verzierung und formschöne Gestaltung als Meisterwerke der Feinschmiedekunst, damals Toreutik genannt, aus. Die erzenen Krüge waren schon bei den Römern so beliebt, dass sie bei der Eroberung Griechenlands ganze Nekropolen nach ihnen durchsuchten und ausraubten. Nicht nur für Antikeninteressierte, sondern auch für Designliebhaber ist die Ausstellung vom 19. September bis zum 3. Februar 2019 einen Ausflug wert.  |lh|                    


Schimmernde Krüge von Erz

19.9. bis 3.2.19

Staatliche Antikensammlung 

Kunstareal

Katharina-von-Bora-Straße 10

80333 München

Di. und Do.-So. 10-17 h, Mi. 10-20 h

www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de

Werke und Briefe

Die Freundschaft zwischen Carlfriedrich Claus und Ilse und Pierre Garnier

Carlfriedrich Claus, Pierre und Ilse Garnier (v.l.n.r.) 

im Sommer 1964 in Annaberg-Buchholz vor dem Wohnhaus 

von Carlfriedrich Claus


Carlfriedrich Claus (1930-1998), für den Sprache und Schrift stets im Fokus seines Schaffens standen, verstand sich selbst als Literat. Die Kunstwelt betrachtet ihn als einen der ersten intermedialen Künstler und Vertreter der Visuellen Poesie. Seines Zeichens überzeugter Kommunist, war der in Annaberg-Buchholz lebende Sachse jedoch kein Anhänger der DDR. Deshalb hatte er Schwierigkeiten, hier Ausstellungen zu organisieren. Zudem stand er nach Bau der Mauer zeitweise unter Ausreiseverbot. So konnte er auch das Künstler- und Übersetzer-Ehepaar Ilse (*1927) und Pierre (1928-2014) Garnier, das 1963 auf ihn aufmerksam wurde und in Briefen den Kontakt suchte, zunächst nicht besuchen. Dennoch entstand eine lebenslange Freundschaft. Dieser widmen die Kunstsammlungen Chemnitz, die den umfangreichen Nachlass Carlfriedrich Claus’ beherbergen, nun vom 23. September bis zum 6. Januar 2019 die Ausstellung „Sprachblätter – poésie spatiale. Carlfriedrich Claus und Ilse und Pierre Garnier“. Alle drei Künstler arbeiteten unter anderem im Spannungsfeld zwischen Bild-Texten und Text-Bildern. So schuf Claus zahlreiche von ihm als „Sprachblätter“ bezeichnete Schrift-Zeichnungen. Diese werden in der Ausstellung den Bildgedichten der Garniers gegenübergestellt. Hierdurch werden der produktive Austausch und die gegenseitige Inspiration der Künstler sowie die Vielfalt des Genres Visuelle Poesie sichtbar. Zusätzlich zu den Werken werden ausgewählte Teile des Briefwechsels präsentiert. Dieser wird zur Ausstellung auch als Edition erscheinen. |lh| 


Sprachblätter – poésie spatiale. 

Carlfriedrich Claus und Ilse 

und Pierre Garnier

23.9. bis 6.1. 19

Kunstsammlungen Chemnitz

Theaterplatz 1

09111 Chemnitz

Di-So 11-18 h

www.kunstsammlungen-chemnitz.de