Postmoderne RELIGIÖSITÄT

Das Angermuseum Erfurt zeigt Werke von Michael Triegel

Michael Triegel, „Die Verwandlung der Götter“, 2010, 

Mischtechnik auf Malpappe, 196 x 117 cm


Er hat bei Arno Rink studiert, ist ein Vertreter der Neuen Leipziger Schule und wurde  in einer römischen Kirche ‚wiedergeboren’. Der in Erfurt geborene Künstler Michael Triegel wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass widmet ihm das Angermuseum Erfurt vom 18. November bis zum 17. Februar 2019 eine Einzelausstellung. Ausgehend von einem Hauptwerk Triegels, das der Förderverein Freunde des Angermuseums e. V. im Jahr 2011 erwarb, „Die Verwandlung der Götter“ (2010), setzt sich die Ausstellung „Michael Triegel: Discordia Concors“ (harmonische Zwietracht) intensiv mit seiner Kunst auseinander. Triegels realistisch-figürlicher Malstil und seine lasierende Malerei macht den Einfluss, den die Maler der italienischen Renaissance auf seine künstlerische Entwicklung hatten, deutlich sichtbar. Nicht nur die komplexen Figurenkompositionen sind von den Alten Meistern inspiriert, auch Elemente ihrer Sujets, der antiken Mythologie und der christlichen Ikonografie, greift er auf und überträgt sie in Moderne Bildkonstellationen. Indem er in seinen Gemälden Themen verknüpft, die nicht zusammen passen, vermeidet er harmonische und Ganzheitliche Bilderzählungen und stellt die Betrachtenden vor Rätsel. Michael Triegels Werke sind nicht nur in Museen und der Galerie Schwind zu sehen, er hat zahlreiche Wand-, Decken- und Altarbilder für öffentliche Gebäude und Kirchen gefertigt.  |lh|

 

Michael Triegel: Discordia Concors

18.11. bis 17.2.19

Angermuseum Erfurt

Anger 18

99084 Erfurt

Di-So 10-18 h

https://kunstmuseen.erfurt.de

Endlich Wiederentdeckt

Helene Funke in den Kunstsammlungen Chemnitz

Helene Funke Die Früchte/Freundinnen, 1918/19, 

Öl auf Leinwand, 130,5 x 92 cm, Privatbesitz, Wien, 


In den letzten Jahren werden immer mehr Künstlerinnen der Klassischen Moderne, die nicht zuletzt aufgrund des patriarchal dominierten Kunstkanons in Vergessenheit geraten waren, wiederentdeckt. Zu ihnen gehört auch Helene Funke (1869-1957). Der gebürtigen Chemnitzerin widmen nun die Kunstsammlungen Chemnitz vom 4. November bis zum 13. Januar 2019 die Ausstellung „Expressiv weiblich. Helene Funke“. Im Alter von 29 Jahren beschloss die eigenwillige Tochter eines Industriellen, alleine nach München zu ziehen, um dort an der Damen-Akademie ein dreijähriges Kunststudium zu absolvieren. Bereits 1904 beteiligte sie sich an der großen Berliner Akademie-Ausstellung und trat in den Deutschen Künstlerinnenbund ein. Ihr Frühwerk zeigt einen Einfluss der französischen Impressionisten, wie viele andere Künstler zog sie 1906 schließlich nach Paris. Dies ermöglichte ihr, Akte zu malen, was Frauen in Deutschland zu dieser Zeit noch verwehrt war. Hier pflegte sie außerdem engen Kontakt mit den Vertretern des Fauvismus, entwickelte ihre eigene Form des Expressionismus und stellte neben Matisse und Picasso in den Pariser Salons aus. Noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs zog sie nach Wien. Zwischen 1909 und 1918 beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen in ganz Europa. Inzwischen hatte sie sich vor allem Frauen(gruppen)porträts als Sujet zugewandt. In dieser Zeit entstehen auch zahlreiche fotografische Selbstporträts – Selfies avant la lettre – die neben ihren Gemälden im Zentrum der Chemnitzer Ausstellung stehen.  In der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus zog sie sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Zeitgleich zu dieser Ausstellung zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz bis zum 3. März 2019 unter dem Titel „Pinc kommt! Rupprecht Geiger“ Farbfelder des deutschen Malers (1908-2009).  |lh|

 

Expressiv weiblich. Helene Funke

4.11. bis 13.1.19

Kunstsammlungen Chemnitz 

Stollberger Straße 2

09119 Chemnitz

www.kunstsammlungen-chemnitz.de