Radziwill im Süden

Werke des Malers Franz Radziwill in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

Franz Radziwill: Der Wasserturm in Bremen, 1932, Radziwill Sammlung Claus Hüppe, courtesy Kunsthalle Emden

(©  VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Radziwill Sammlung Claus Hüppe )


Im norddeutschen Dangast kennt ihn wohl jeder, jetzt kommen seine Arbeiten in den Süden nach Bietigheim-Bissingen, wo er eher weniger präsent ist: die Rede ist von Franz Radziwill. Radziwill war ein deutscher Künstler des Magischen Realismus. Sein Œuvre umfasst verschiedene Schaffensperioden: ein expressionistisches Frühwerk, ein magisch-realistisches Hauptwerk und ein symbolistisches Spätwerk. Seine Niederlassung 1923 im Nordseebad Dangast spiegelt sich auch in seinen Bildern wider. Sie zeigen zum einen die typische Küstenregion mit Booten, Deichen und Feldern, doch zum anderen veranschaulicht der Künstler in ihnen mit den integrierten Strom- und Telegrafenmasten, Flugzeugen, Marineschiffen oder Gasometern auch den technischen Zeitgeist der 1920er bis 1960er-Jahre. Er konstruierte pittoreske

Ansichten und zugleich apokalyptische Visionen, die oftmals nichts an Aktualität eingebüßt haben. Die Ausstellung „Franz Radziwill und die Gegenwart“, die vom 2. Februar bis 22. April in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen läuft, thematisiert in der Gegenüberstellung von Gemälden und Aquarellen Franz Radziwills mit multimedialen Werken der Gegenwartskunst das ambivalente Verhältnis des Menschen zur von ihm erfundenen Technik – Angst und Skepsis stehen Enthusiasmus und Fortschrittsglaube gegenüber. |ez|

 

Franz Radziwill und die Gegenwart

bis 22.4.

Hauptstraße 60-64

74321 Bietigheim-Bissingen

Di/Mi/Fr 14-18 h, Do 14-20 h, Sa/So 11-18 h

www.galerie.bietigheim-bissingen.de

Kunst mit Computer – und Pinsel

Die Galerie Stadt Sindelfingen zeigt Werke des konzeptuellen Medienkünstlers Peter Zimmerman

Peter Zimmermann, „sphere“, 2018, 

Epoxidharz auf Leinwand, 150 x110 cm

 


Wussten Sie, dass durch den zunehmenden ökonomischen Druck in der Textilindustrie in vielen Anbaugebieten für Baumwolle, hauptsächlich in Afrika, mittlerweile menschenunwürdige Lebens- und  Arbeitsbedingungen herrschen? War Ihnen bewusst, dass auch alle anderen Stationen der derzeitigen Produktionsweise von Kleidungsstücken verheerende Auswirkungen für Menschen und Umwelt haben? In der Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ bekommen die Besuchenden einen Überblick über die Fakten und Folgen der rasanten Billigproduktion von Textilien. Dies geschieht anhand von fünf thematischen Stationen: „Fashion & Victims“, „Mangel & Überfluss“, „Global & Lokal“, „Lohn & Gewinn“ und „Chemikalien & ökologischer Fußabdruck“. Auch neun zeitgenössische künstlerische Positionen unterschiedlicher Genres werden hier gezeigt, die verschiedene Aspekte der Textilindustrie kritisch beleuchten. So hat beispielsweise die aus Bangladesch stammende Dokumentarfotografin und Aktivistin Taslima Akhter in ihrer Fotoserie „Death of a Thousand Dreams“ das Schicksal der Textilarbeiter nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Dhaka, Bangladesch, bei dem 2013 mehr als 1134 Arbeiter ums Leben kamen, porträtiert. Die in Berlin lebende Choreografin hat sich außerdem vor Ort in Bangladesch ein Bild von den Arbeitsbedingungen der Näher gemacht und aus den Ergebnissen ihrer Recherche in Zusammenarbeit mit einheimischen Kathak-Tänzern eine tänzerische Interpretation geschaffen: „Made in Bangladesh“. Auch die Arbeit „SWEATER. Study of the Possible II“ des deutschen Künstlers Manu Washaus beschäftigt sich mit den Produktionsbedingungen in China und Bangladesch, die den Verbrauchern oft nur fragmentarisch bekannt sind. Ein zweiter Teil der Ausstellung stellt unter dem Titel „Slow Fashion – Die modische Alternative“ Gegenentwürfe zur globalisierten Massen- und Billigproduktion vor. |lh|

 

Peter Zimmermann – paint it

30.3. bis 23.6.

Galerie Stadt Sindelfingen

Marktplatz 1

71063 Sindelfingen 

Mo-Fr 10-18 h, Sa+So 10-17 h

www.galerie-sindelfingen.de