HArmonische Symmetrie

Ferdinand Hodlers Theorie des Parallelimus

im Kunstmuseum Bern


Ferdinand Hodler, „Genfersee mit Mont-Blanc und Schwänen“, 1918, Öl auf Leinwand, 77 x 152.2 cm, Musée d’art et d’histoire, Stadt Genf, Legat Hector und Emilie Hodler-Ruch, 1964


Zum Abschluss des Hodler-Jahres 2018 zeigt das Berner Kunstmuseum zusammen mit dem Musée d’art et d’histoire de Genève, eine aussergewöhnliche Zusammenstellung großartiger Werke zum Thema Parallelismus. Es ist den Kuratorinnen gelungen aus den verschiedensten Institutionen in der Schweiz und im Ausland, sowie von privaten Leihgebern eine beeindruckende Sammlung von Werken zu präsentieren. Nachdem die Ausstellung „Hodler//Parallelismus“ von April bis August in Genf zu sehen war, kommt sie nun zum Abschluss des Hodler-Jahres an den Geburtsort von Ferdinand Hodler. Hier in Bern kam er bei seinem Stiefvater zum ersten Mal in Kontakt mit der Malerei. Sind in Genf die Werke analog zu den Katalogkapiteln gegliedert gezeigt worden, ergibt sich in Bern die Möglichkeit einer anderen Darstellung. Die in zehn Abschnitte aufgeteilte Ausstellung zeigt, wie Ferdinand Hodler seine Bildmotive rund um seine Theorie des Parallelismus aufbaute. Diese Regelmäßigkeit, die er sowohl in der Natur als auch in der symmetrischen Gestalt des Menschen fand, faszinierte ihn und wurde zu seinem eigentlichen Programm. Die vier Selbstportraits in „6. Theorie und Kontext“ sind erstmals seit 1980 wieder gemeinsam in einem Raum ausgestellt. Um eine größtmögliche Symmetrie und Regelmässigkeit zu erreichen, verwendet er Hilfskonstruktionslinien, die er zum Teil nicht einmal vollständig überdeckte wie bei „Einmütigkeit“ oder er ließ den Lichteinfall von beiden Seiten kommen wie bei „Heilige Stunde“. Dadurch wird das Bild in zwei spiegelbildliche Teile getrennt, lebt aber davon, dass sich die Haltung und Position der je zwei Frauen dennoch nicht ganz identisch ist. Die über zehn Stationen führende Ausstellung zeigt auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Arbeiten, die letzten Ansichten des  Genfer Sees werden zunehmend abstrakt, zwar sind die Konturen der Berge noch deutlich sichtbar, die Wolken aber entwickeln sich zu parallelen Farbfeldern die sich im See spiegeln. Die imposante Ausstellung ist noch bis zum
13. Januar in Bern zu erleben. |hm|


Hodler // Parallelismus
bis 13.1.19
Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8–12
3011 Bern
https://www.kunstmuseumbern.ch

Alles andere  als alltäglich

Der Klangkünstler Zimoun

zu Gast im 2-Raum des Art.Plus Museums


Zimoun, „prepared dc-motors, cotton balls,

cardboard boxes“, 2017 (© Zimoun)


Rauschen, Klackern, Klicken, Klopfen – Zimoun (*1977) gestaltet minimalistische Geräuschslandschaften. Seine aus Alltags- und Industriegegenständen sowie zahlreichen programmierten Motoren bestehenden Soundinstallationen können zugleich auch als kinetische Kunstwerke bezeichnet werden, deren Betrachtung in Verbindung mit dem Klang beispielsweise hunderter Wattebäusche auf Pappkartons oder Dachlatten auf Holzparkett eine hypnotische Wirkung entfalten kann. Zuweilen entstehen hierbei auch Assoziationen an Naturphänomene, zum Beispiel an auf unterschiedlichen Oberflächen auftreffende Regentropfen. Zimoun ist Autodidakt, nicht nur die Komposition sondern auch die Fotografie und die Malerei hat er sich seit seiner Kindheit selbst beigebracht. John Cage ist eines seiner Vorbilder. Mit Rücksicht auf die gegebenen architektonischen und akustischen Bedingungen schafft er raumfüllende, zuweilen überdimensionale Soundinstallationen. Für ihn macht erst der Klang den Raum als Raum erlebbar. Durch ihre Materialität thematisieren seine Werke eine Spannung zwischen den Ordnungsmustern der Moderne und den chaotischen Kräften des Lebens. Dabei sieht Zimoun das Chaos nicht als etwas Zerstörendes. Vielmehr verleiht es, oder auch der Zufall, seinen Arbeiten etwas Lebendiges. Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage zeigt nun das Museum Art.Plus unter dem Titel „Zimoun – Installationen“ eigens für den 2-Raum des Museums geschaffene Werke des Künstlers. |lh|               


Zimoun – Installationen
19.10. bis 11.11.
Museum Art.Plus
Museumsweg 1
78166 Donaueschingen
Mi-Fr 13-17 h, Sa-So 11-17 h,
jeden 1. Do im Monat 13-20 h,
Sonderöffnungszeiten Musiktage:
19.10.+20.10.: 10-20 h, 21.10. 10-17 h
www.museum-art-plus.com