350. Todestag REMBRANDTS

Sehenswerte Ausstellungen zum Leben und Werk des niederländischen Ausnahmekünstlers


 

Abb. links: Rembrandt Harmensz. van Rijn, „Maurits Huygens, Sekretär des Staatsrats 

in Den Haag“, 1632, Öl auf Eichenholz, 31,1 x 24,5 cm (© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

Abb. rechts: Rembrandt Harmensz. van Rijn, „Selbstbildnis“, um 1668, 

Öl auf Leinwand, 82,5 x 65 cm, zu sehen im Wallraf-Richartz Museum, Köln (Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln)


Rembrandt van Rijns Todestag jährt sich am 4. Oktober 2019 zum 350. Mal. Sein Schaffen fiel in die Epoche des Goldenen Zeitalters, als die Niederlande eine politische, wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erlebten. Rembrandt studierte bei Pieter Lastman, eröffnete 1625 in Leiden sein erstes Atelier und zog bald Aufmerksamkeit auf sich. 1631 zog er nach Amsterdam, wo er sich zu einem gefeierten Künstler entwickelte. Trotzdem litt er zeitweise unter erheblichen finanziellen Problemen, ging 1656 in Insolvenz und starb in Armut. Museen weltweit widmen sich in diesem besonderen Jahr in großen Ausstellungen dem niederländischen Ausnahmekünstler. Auch in Deutschland sind Schauen zum Leben und Werk Rembrandts zu sehen.  Zeitlos fesselnd bleibt Rembrandt auch durch die Auswahl und unkonventionelle Interpretation christlicher und profaner Bildthemen, seinen humorvollen Intellekt sowie seine Experimentierfreudigkeit – besonders im Gebrauch grafischer Techniken. 

 

Die Ausstellung „Rembrandts Strich“, vom 14. Juni bis 15. September im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigt etwa 100 Werke aus allen Schaffensperioden, darunter auch zwei berühmte Bildnisse aus der Gemäldegalerie Alte Meister. Die einzigartige Dresdner Sammlung bildet die Grundlage für eine Ausstellung, die sich auf Rembrandt als Zeichner und Druckgrafiker konzentriert und durch wertvolle internationale Leihgaben ergänzt wird. Eine Gegenüberstellung von etwa 50 Radierungen und Zeichnungen von Zeitgenossen, aber auch von späteren Künstlern, verdeutlicht Rembrandts herausragende Rolle als ‚Künstler-Künstler‘. Hierzu gehören Werke von Francisco de Goya und Lovis Corinth über Käthe Kollwitz und Pablo Picasso bis hin zu den Zeitgenossen William Kentridge und Marlene Dumas.

www.kupferstich-kabinett.skd.museum

 

„Rembrandt: Meisterwerke aus der Sammlung“ vom 30. August bis 5. Januar in der Hamburger Kunsthalle zeigt eine Auswahl herausragender Werke aus dem Sammlungsbereich Alte Meister und aus dem Kupferstichkabinett des Museums: Mit „Simeon und Hanna im Tempel“ und „Maurits Huygens, Sekretär des Staatsrats in Den Haag“, werden zwei Meisterwerke Rembrandts aus seiner frühen Schaffenszeit in Leiden und Amsterdam präsentiert. Ergänzt werden sie um das Gemälde „Die Verstoßung der Hagar“ von Pieter Lastman, der als Lehrer in seiner Werkstatt Rembrandt um 1625 für sechs Monate schulte. Die drei Gemälde werden um eine Auswahl von rund 60 Radierungen ergänzt, darunter Landschaftsdarstellungen, Porträts und Arbeiten zu religiösen Themen. Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle beherbergt insgesamt mehr als 300 Radierungen Rembrandts. Diese Kollektion zeigt das druckgrafische Schaffen Rembrandts in all seinen Facetten.

www.hamburger-kunsthalle.de

 

In München nimmt die Pinakothek der Moderne das Jubiläum zum Anlass, Zeichnungen und Radierungen aus eigenem Bestand zu zeigen. In der Ausstellung „Het Beste van Rembrandt – Zeichnungen und Radierungen des Münchner Kabinetts“ sind vom 27. September bis 20. Oktober 14 Zeichnungen Rembrandts sowie eine repräsentative Auswahl herausragender Radierungen zu sehen.

www.pinakothek.de

 

In gleich zwei Hommagen an Rembrandt zeigt das Wallraf-Richartz-Museum in Köln: „Rembrandts graphische Welt“ vom 4. Oktober bis 12. Januar zeigt eine feine Auswahl von  Radierungen aus dem insgesamt 160 Blätter umfassenden Bestands der Graphischen Sammlung. Zu den ausgewählten Highlights gehören unter anderen „Abraham, die Engel bewirtend“ oder die „Drei Kreuze“. Die Ausstellung zeigt, dass Rembrandt die Kupferplatte genauso wichtig war wie die Leinwand.

Der Frage, warum Rembrandt die Menschen weltweit begeistert, geht die Ausstellung „Inside Rembrandt“ nach. Meister, Virtuose, Genie oder Star - die Synonyme für Rembrandt sind so vielfältig wie seine Kunst. Die Schau taucht ein in die Welt des Niederländers und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Dazu zeigt das Wallraf  neben eigenen Rembrandt-Werken auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern. So schickt die traditionsreiche Prager Nationalgalerie ihr faszinierendes Gemälde „Der Gelehrte im Studierzimmer“ erst zum zweiten Mal auf eine Reise ins Ausland. Um den Kosmos Rembrandt in all seinen Facetten aufleben zu lassen, präsentiert die Ausstellung auch ausgesuchte Arbeiten seiner Zeitgenossen und Schüler wie Jan Lievens, Govert Flinck und Ferdinand Bol.

www.wallraf.museum

 

Auf die Besucher der Ausstellung „Kassel – verliebt in Saskia. Liebe und Ehe in Rembrandts Zeit“ warten im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel persönliche Dokumente, prächtige Hochzeitsgeschenke, Porträts ebenso wie Hochzeitsdarstellungen, und vor allem Gemälde, Zeichnungen und Radierungen aus der Hand Rembrandts. Der unbestrittene Höhepunkt der Schau in der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel ist das Kasseler Porträt „Saskia Uylenburgh im Profil in reichem Kostüm“, das herausragende Meisterwerk der Gemäldegalerie Alte Meister. Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. August.

www.museum-kassel.de