HORST ANTES – EINBLICK IN DIE SAMMLUNG WÜRTH

Eine umfassende Schau im Forum Würh Chur zeigt Bilder und Skulpturen aus allen Werketappen


Horst Antes: Figur mit ocker Hut, Kasten und Blume, 1966/67; Sammlung Würth (© 2019, ProLitteris, Zurich)


In der aktuellen Ausstellung zeigt das Forum Würth in Chur Bilder und Skulpturen des deutschen Malers, Grafikers und Bildhauers Horst Antes. Antes,  Mitbegründer der neuen Figu-rativen Malerei in Deutschland, entwickelte als Schüler des Holzschnitzers HAP Grieshaber früh eine eigenständige figurative Bildwelt, die sich früh von Informel und Tachismus löste und ihm internationale Anerkennung einbrachte. Mit seiner zu Beginn der 1960er Jahre gefundene Kunstfigur des „Kopffüsslers“ wurde der Künstler bereits früh einem großen Publikum bekannt. Kennzeichnend für seine Kopffüsslers, die keinen Hals besitzen, ist, dass Brust, Bauch, Kopf und Füße ineinander überzugehen scheinen. Das Motiv findet sich in Skulpturen wie auch in  Bildern und beschäftigte Antes mit ihrer grossen physischen, aber vor allem emotionalen Spannweite weit mehr als zwanzig Jahre. Ab 1970 fand ein weiterer Aspekt in Antes‘ Werk seinen Niederschlag: Unter dem Eindruck archaischer Kulturen, deren Kultobjekte er sammelt, spielte nun die Suche nach dem Ursprünglichen, dem „Primitiven” eine große Rolle.1982/83, mit dem Beginn des Falkland-Kriegs, änderte Antes seine Bildsprache radikal. An die Stelle der erzählerischen Figurenbilder treten nun geometrische Farbflächen und abstrahierte Systeme wie sie in den Häuser- und Zeitraum-Bildern zu finden sind. Die Sammlung Würth zeigt mit dieser Ausstellung im Forum Würth Chur, zum ersten Mal in der Schweiz, ihren umfangreichen Bestand an Arbeiten von Horst Antes. Die einzelnen Werketappen des Künstlers können fast vollständig in der Schau dargestellt werden.


Horst Antes – Bilder und Skulpturen aus der Sammlung Würth bis 20.10.

 

Forum Würth Chur

Aspermontstrasse 1

CH-7000 Chur

Mo-So 11-17 h

https://wurth-international.com

AUSTRALISCHER SCHÖPFERMYTHOS

Die Sammlung Klein zeigt Werke australischer Aborigines


Diverse Hollow-Logs Werke der Künstlerin Nonggirrnga-Marawili


Den australischen Mythologien zufolge entstand die Welt wie wir sie kennen in einer Zeit, in der schöpferische Wesen über den Kontinent wanderten und auf ihren Wegen das Land und das Wasser, die vielfältige Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt sowie alle elementaren Erscheinungen entstehen ließen. Auf sie gehen auch die Regeln und Grundsätze zurück, die das Leben der Aborigines bis in die Gegenwart bestimmen. Die Sammlung Klein präsentiert in der Hängung #21 bis 1. März 2020 zeitgenössische Kunst von Aborigines, die in sehr unterschiedlichen Regionen Australiens leben und arbeiten – zum einen in den zentralen Wüsten-gebieten, zum andern in Arnhemland, im tropischen und feuchten Norden des Kontinents. Damit kommen auch Werke verschiedener bildnerischer Traditionen zusammen: Gemälde, mit Acrylfarben auf Leinwand getupft, treffen auf Rindentafeln und mit natürlichen Pigmenten bemalte hölzerne Stelen. Der titelgebende Begriff, zu deutsch „Traumzeit”, der ja einen abgeschlossenen Zeitraum nahelegt, kann nur sehr einge-schränkt übersetzen, was die Begriffe „Tjukurrpain“ der Sprache der Pitjantjatjara in Zentralaustralien oder „Wangarr“ in den Sprachen Nordost-Arnhemlands beschreiben. Denn sind die Wanderungen der schöpferischen Ahnen auch beendet, so besteht „Tjukurrpa“ oder „Wangarr“ weiter, schließt in sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein. Die Schöpferahnen bleiben immer gegenwärtig und sichtbar in den unterschiedlichsten Herausbildungen der Natur, gefeiert von den Menschen des Landes in Geschichten, in Liedern und in Zeremonien. Bei allen Unterschieden hinsichtlich Material und Malstil steht ein gemeinsames Thema im Zentrum der ausgestellten Werke: Sie haben die tiefen spirituellen Beziehungen zwischen den Ureinwohnern und ihrem Land zum Inhalt, jenem Land und seinen  besonderen Orten, die in der Weltsicht der Aborigines der Ursprung allen Lebens waren, von den immerwährenden Kräften der Schöpferahnen gestaltet und geschaffen.


Am Anfang war das Land.

Kunst der Aborigines

7.7.19 bis 1.3.20

 

Kunstwerk Sammlung Klein

Siemensstraße 40

71735 Eberdingen-Nussdorf

Mi-Fr/So/Fei 11-17 h

https://sammlung-klein.de