Von Frankreich inspiriert

Würdigung von Hans Olde d. Ä. auf Schloss Gottorf


Hans Olde d.Ä., „Abendsonne in der Marsch“, 1899, Öl auf Pappe, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen


Licht, Luft und lockere Malerei – wenn es um den deutschen Impressionismus geht, fällt meist der Name Max Liebermann. Bis heute immer noch eher unbekannt hingegen ist ein Künstler aus Schleswig-Holstein, der diese Stilrichtung in Frankreich kennen gelernt und mit in die Heimat gebracht hat. Hans Olde der Ältere gilt als der herausragende Vertreter des neuen Stils in Schleswig-Holstein. Doch seine Bedeutung geht weit über Norddeutschland hinaus – zusammen mit Kollegen ist er eine treibende Kraft für die deutsche Sezessionsbewegung und die künstlerische Modernität während der Kaiserzeit. In einer großen Ausstellung auf Schloss Gottorf erfährt der Impressionist des Nordens nun erstmals eine umfassende Würdigung. Von einem holsteinischen Gut stammend, emanzipiert sich Hans Olde gegen erheblichen familiären Widerstand als Künstler. Er studiert am anderen Ende Deutschlands: an der Münchener Kunstakademie. Hier befreundet er sich mit dem Maler Lovis Corinth und wird Gründungsmitglied der Münchner Secession. Die Ausstellung würdigt das gesamte Schaffen von Hans Olde. Er malte neben Landschaften und Hafenbildern viele Dichterporträts. Noch heute findet man in Zeitschriften und Büchern immer wieder seine bedeutenden Darstellungen von Klaus Groth, Detlev von Liliencron und vor allem jenes Porträt von Friedrich Nietzsche, das bis heute das Bild des Philosophen bestimmt. Sein malerisches und zeichnerisches Werk spiegelt in idealer Weise den Umgang der aufgeschlossenen deutschen Künstler gegenüber der französischen Kunst.  |zk|


Impressionist des Nordens. Hans Olde d. Ä.

25.4. bis 20.10.

Museumsinsel Schloss Gottorf

Schlossinsel 1

24837 Schleswig

Di-Fr 10-16, Sa/So 10-17 h

www.schloss-gottorf.de

Vielrezipierter Ausnahmekünstler

Jonathan Meese schafft ein Ausstellungsprojekt in den Lübecker Museen 


Edward Hopper (1882 – 1967), „Girl at a Sewing Machine” (Mädchen an einer Nähmaschine), ca. 1921, Öl auf 

Leinwand, Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid


Kaum ein Künstler der Gegenwart steht derart in der Öffentlichkeit wie Jonathan Meese. Sein künstlerisches Schaffen erlebt in Lübeck einen weiteren Höhepunkt mit dem umfangreichsten Ausstellungsprojekt, das der Künstler bisher konzipiert hat: „Jonathan Meese. Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“. Meeses Lübeck-Projekt begann mit der bereits beendeten Ausstellung in St. Petri zu Lübeck und jener im Günter Grass-Haus (bis 4. August) und wird nun mit den Ausstellungen in der Kunsthalle St. Annen unter dem Titel „Mutter/Evolution“ und in der Overbeck-Gesellschaft „Vater/Liebe“ fortgesetzt. Die Kunsthalle St. Annen präsentiert dabei innerhalb des Projekts eine Vielzahl an eindrucksvollen großformatigen Werken der zeitgenössischen Kunst aus seinem Œuvre, das sich immer wieder auf ikonische Bilder und Vorbilder aus der Kunst und auf den Absolutheitsanspruch der künstlerischen Freiheit bezieht. Ergänzt werden diese Gemälde und Skulpturen durch Elemente der Rauminstallation und eine Videoinstallation. In der Overbeck-Gesellschaft wird Meese die Räume dafür nutzen, vor Ort mit seiner Malerei das Gebäude über mehrere Tage flächendeckend in ein Gesamtkunstwerk zu verwandeln. Dabei wird er aus seinem umfassenden malerischen Zitatenschatz schöpfen, der sich von den antiken Heldensagen über herausragende Figuren der Geschichte und Kunst bis hin zur Trash- und Popkultur der Gegenwart erstreckt.  |zk|


Mutter/Evolution

bis 4.8.

Kunsthalle St. Annen 

St. Annen-Straße 15

23552 Lübeck

Di-So 10-17 h

www.die-luebecker-museen.de/meese  

 

Vater/Liebe

bis 9.6.

Overbeck-Gesellschaft

Königstraße 11

23552 Lübeck

Di-So 11-17 h

www.overbeck-gesellschaft.de