Avantgarde  der 1970er

Werkpräsentation der Künstlerin Birgit Jürgenssen in der Kunsthalle Tübingen


Birgit Jürgenssen, aus dem unveröffentlichten Privatarchiv der Künstlerin (© Bildrecht Wien, 2018)


Im Zentrum der Werke Birgit Jürgenssens steht der Körper. Dieser ist nicht nur Gegenstand ihrer Zeichnungen, sondern auch die Erfahrungsinstanz, aus der heraus sie diese entwickelt. In den Zeichnungen der 1970er-Jahre hat sie festgehalten, was dem begrifflichen und damit bewussten Erfassen vorausgeht: Zwischenmenschliche Beziehungen, Sexualität, gesellschaftsbedingte Schönheitsvorstellungen und Geschlechterverhältnisse werden von ihr mit subversivem Humor selbstironisch ebenso reflektiert wie tiefere Schichten ihrer eigenen Identität. Die Kunsthalle Tübingen widmet dieser Künstlerin bis zum 17. Februar eine 200 Werke umfassende Präsentation.  Die Ausstellung und auch die Beiträge im begleitenden Katalog bearbeiten zum einen bislang wenig beachtete Werkblöcke wie die Fotografie und ihr Spätwerk. Zum anderen zeigt die Kunsthalle, dass die Kunstschaffende Bilder und Symbole unserer gesamten Kulturgeschichte mit eigener geistiger und emotionaler Energie aufgeladen und so für die Gegenwart aktualisiert hat. Ihr körperbezogener Ansatz erhält gerade heute, in einer Zeit, in der es durch die Digitalisierung zu einer zunehmenden Verflachung der Alltagswahrnehmung kommt, eine neue Aktualität. Ihr Werk, das aus dem Intimen kommt, steht nicht zuletzt für ein authentisches, innengeleitetes Leben und schließlich auch für den selbstbestimmten und emanzipatorischen Impuls der Kunst.    |ez|    


Birgit Jürgenssen – Ich bin/ I am

bis 17.2.19

Kunsthalle Tübingen

Philosophenweg 76

72076 Tübingen

Di-So 11- 18 h, Do 11-19 h

www. Kunsthalle-tuebingen.de

Vielzahl amerikanischer Kunstgeschichten

Große Überblicksausstellung

der US-amerikanischen Kunst in Köln

Edward Hopper (1882 – 1967), „Girl at a Sewing Machine” (Mädchen an einer Nähmaschine), ca. 1921, Öl auf 

Leinwand, Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid


Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln steht bis zum 24. März 2019 die amerikanische Kunst zwischen 1650 und 1950 im Ausstellungsfokus. Die Sonderschau beginnt mit Werken aus der Kolonialzeit, führt zu den Meistern des amerikanischen Realismus und endet mit Beispielen des Abstrakten Expressionismus. Mehr als 130 Leihgaben aus den renommiertesten Sammlungen und Museen der Vereinigten Staaten und Europa holt das Wallraf für „Es war einmal in Amerika“ nach Köln, viele von ihnen waren bisher nur selten oder noch nie in Deutschland zu sehen. Darunter befinden sich Werke vieler bekannter Künstler, wie John Copley, Edward Hopper, George Bellows, Georgia O`Keeffe, Mark Rothko und Barnett Newman. Die Exponate geben einen Einblick in die Vielfalt von drei Jahrhunderten US-amerikanischer Kunst. Wie lebendig, innovationsbereit und experimentierfreudig diese war, veranschaulichen sowohl weltberühmte als auch hierzulande kaum bekannte Gemälde, Skulpturen und Fotografien sowie Beispiele der Native American Art. Die Schau gliedert sich in acht Ausstellungskapitel, in denen die Exponate in einer chronologischen Abfolge die grundlegenden künstlerischen Entwicklungen und Strömungen widerspiegeln. So wird verdeutlicht, dass es nicht „die eine“ US-amerikanische Kunstgeschichte gibt, sondern eine Vielzahl derer. Die Ausstellung behandelt Themen und Fragestellungen, die nicht nur die Vergangenheit geprägt haben, sondern noch bis heute nachhallen und fördert so ein tieferes Bewusstsein für die amerikanische Kultur.        |ez|


Es war einmal in Amerika

bis 24.3.19

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

Obenmarspforten

Am Kölner Rathaus

50667 Köln

Di-So 10-18 h, jeden 1. & 3. Do 10-22 h

www.wallraf.museum