Aus der Wunderkammer in die Gegenwart

Plastiken von Carolein Smit im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig


Carolein Smit, „Skeleton on a black sheep”, Plastik


Die Plastiken der 1960 in den Niederlanden geborenen Keramikkünstlerin Carolein Smit sind opulent und expressiv. Fast wirken sie überladen und zeugen dennoch von einer üppigen Eleganz. Ab dem 2. Juni zeigt das Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst 30 großformatige Einzelplastiken der Künstlerin. Die mit vielen Details versehenen Arbeiten thematisieren mythische Erscheinungen, wie Märchengestalten und Fabelwesen, aber auch Skelette, Reliquien und andere religiöse Darstellungen. Häufig umweht die Arbeiten eine Vanitassymbolik, wie man sie aus Zeiten der Renaissance kennt. Düstere Bedeutungsebenen wie Tod, Schmerz und Leid finden sich ebenso wie Liebe und Lust – häufig sogar in ein und derselben Plastik. Oft geht es in ihren Werken um scheinbare Gegensätze, die dennoch vereinbar sind. Unter dem treffenden Titel „L’amour fou“, eine Liebe also, die unvernünftig und dennoch leidenschaftlich ist, werden diese vermeintlichen Widersprüche zusammengefasst. Die Plastiken von Carolein Smit können als Hommage an unterschiedliche Ausprägungen der Kunstgeschichte gedeutet werden. Ein Großteil der Werke mutet jedoch wie aus den Wunderkammern der Frühen Neuzeit entlehnt an und in den künstlerischen Duktus der Gegenwartskunst übersetzt. Ein absolutes Highlight der Schau bildet das speziell für Leipzig kreierte Totentanzrelief. Dabei handelt es sich um eine großflächige Wandinstallation, auf der vor einem dunkelblauen Hintergrund filigrane weiße Keramikfiguren agieren. Im Dialog damit sind die aufwendigen Einzelplastiken frei im Raum platziert. Ergänzend zeigt der Dokumentarfilm „Schoonheid en Dood“ (Schönheit und Tod) von Dagmar Brendecke und Walter Brun anhand von Einblicken in das Atelier von Smit die Entstehung der beeindruckenden Arbeiten der Keramikkünstlerin.   |ka|               


Carolein Smit. L’amour fou

2.6. bis 30.9.

Grassi Museum für Angewandte Kunst 

Johannisplatz 5-11

04103 Leipzig

Di-So 10-18 h

www.grassimuseum.de

Medienkunst und Bergwerkarchitektur

 Die C.A.R. präsentiert innovative Arbeiten in außergewöhnlichem Ambiente


Impression der Medienkunstmesse

der Contemporary Art Ruhr


Schon der Veranstaltungsort der Contemporary Art Ruhr (C.A.R.) ist einzigartig. So findet Deutschlands erste Medienkunstmesse wieder traditionell auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen statt. Bei der Zeche Zollverein handelt es sich um ein original erhaltenes Kunstwerk der Bergwerkarchitektur. Die Mischanlage innerhalb des Zollvereins bietet außergewöhnliche Bunkerräume und Betontrichter. Die durchbrochenen Wände, der Beton-Kohlebunker und die eingezogenen Zwischenböden sorgen für imposante Sicht- und Dialogmöglichkeiten. Sie stellen eine wunderbare Plattform für die zeitgenössischen Kunstwerke dar, die auf der C.A.R. gezeigt werden. Die zwölfte Ausgabe der C.A.R., die in den Hallen 5, 6, 8 und 12 zu sehen ist, präsentiert Werke aus den Bereichen Video, Installation, Performance- und Klangkunst. Positionen also, die jenseits der klassischen Kunstrichtungen liegen. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Fotografie. Besucher können sich auf das Programm der ausstellenden Galerien, von Kunstprojekten und Kunsthochschulen freuen. Außerdem überzeugt die C.A.R. mit Sonderausstellungen, Workshops sowie den Formaten C.A.R.-Talente und C.A.R.-Video-Lounge. Während die C.A.R. im Sommer mit einer Medienkunstmesse aufwartet, stellt sie im Herbst als Messe für Zeitgenössische Kunst aller Bereiche eine spannende Veranstaltung dar. Sie richtet sich an den jungen Kunstinteressierten wie an den erfahrenen Kunstsammler gleichermaßen. Allen Besuchern bietet die C.A.R. frische wie auch erschwingliche Kunst.   |kn|   


Contemporary Art Ruhr (C.A.R.)

Medienkunstmesse & Foto-Special

1.6. bis 3.6.

UNESCO-Welterbe Zollverein / Hallen 5, 6, 8 und 12

Gelsenkirchener Straße 181

45309 Essen

Fr ab 20 h, Sa/So 11-19 h

www.contemporaryartruhr.de