Aufwühlende Malerei

Arbeiten aus fünf Jahrzehnten von Horst Sakulowski

im Panorama Museum Bad Frankenhausen

Horst Sakulowski, „Der Alptraum des Diktators“, 1979,

Öl auf Holzfaserplatte, 67 x 103 cm, Kunstsammlung Gera


Die Leipziger Schule steht stil- und generationsübergreifend für einen hohen künstlerischen Anspruch, verbunden mit bewusster Gesellschaftsanalyse, vorgetragen mit bemerkenswertem handwerklichen Können. Horst Sakulowski gilt als Vertreter eben jener. Anlässlich des 75. Geburtstages des Künstlers präsentiert das Panorama Museum Bad Frankenhausen noch bis zum 21. Oktober rund 130 seiner Werke. Gezeigt werden Gemälde und Druckgrafiken, vor allem aber Zeichnungen, die seit den 1990er-Jahren entstanden sind. Nach einem persönlichen Verlust widmet sich Sakulowski seit den 1980er-Jahren in seinen Werken den Themen Tod und Ehrlichkeit des Seins. Aber auch Motive aus der Passion Christi werden seit den letzten Jahren von Sakulows-

ki aufgegriffen. Steht die Pietà für das Mitleid, das dem Künstler als christlichem Humanist von jeher zu eigen ist, wühlen die Darstellungen des Gekreuzigten den Betrachter in ihrer emotionalen Intensität auf. Sie scheinen sich mehr im Diesseits denn im Jenseits zu bewegen und verkörpern Sakulowskis stetes Ringen mit dem eigenen Glauben. Zugleich verweisen sie auf den Themenkomplex „Erlösung und Vergebung“. Dem gegenüber steht der zweite Schwerpunkt „Versuchung und Verführung“. Zusammen bilden sie das „Weltbild“ von Horst Sakulowski. Kuratiert hat der Künstler die Ausstellung, die Schlüsselwerke aus fünf Jahrzehnten versammelt, selbst.  |ez|          


Sakulowski. Weltbild

bis 21.10.

Panorama Museum 

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Di-So 10-18 h

www.panorama-museum.de

Außergewöhn- liche Bildwelt

Herbert Gerisch-Stiftung präsentiert Werke

Heinrich Basedows

Heinrich Basedow, „Italien“, 1959, Tempera und Öl auf Holz, 

128 x 92 cm, Privatbesitz.  

(© Ute Boeters, Foto: Alexander Voss)

Heinrich Basedow der Jüngere selbst hielt sich für einen der unbekanntesten Maler Europas. Dass diese Einschätzung nicht der Realität entsprach, zeigte die damalige große Resonanz auf seine Bilder. Ein halbes Jahr und mehr mussten Interessenten auf die Vollendung eines Werkes warten. Die Herbert Gerisch-Stiftung in Neumünster zeigt nun bis zum 22. Dezember Werke des deutschen Malers und Bildhauers. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die Werke des Künstlers – mit Ausnahme des Potsdam Museums – nicht in öffentlichen Sammlungen präsent sind. Der Betrachter wird hier mit einer ganz besonderen Bildwelt konfrontiert: buchstäbliche Tafelmalerei ausschließlich auf Holz in der alten Eitempera-Technik von  mittelalterlicher Qualität Jan van Eycks und Albrecht Dürers. Basedows Œuvre umfasst Porträts, Figurenbilder, Landschaften, dabei oft romantische Naturausschnitte aus dem deutschen Wald mit Eule, Kauz und Rabe –  in fester Form, leuchtenden Farben, zum Teil mit symbolhaft-religiösem Einschlag. Sein Stil ist eine individuelle Symbiose aus altdeutsch, neusachlich mit einem Anflug von pittura metafisica und Jugendstil-Ornamenten. Unter dem Titel „Ich habe immer nur das Schöne gemalt“ präsentiert die Stiftung nun über 50 Gemälde, etliche Kartons zur Vorbereitung der Gemälde sowie Aquarelle und Zeichnungen. Davon sind nur vier Leihgaben aus Museumsbesitz, der Rest stammt aus Privatbesitz. |ez| 


Ich habe immer nur das Schöne gemalt

bis 22.12.

Herbert Gerisch-Stiftung

Brachenfelder Straße 69

24536 Neumünster

Mi-So 11-18 h

www.gerisch-stiftung.de