FLÜCHTIGE PRÄSENZ

Das Aargauer Kunsthaus in Aarau zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung des französischen Künstlers Jean-Luc Mylayne in der Schweiz


Jean-Luc Mylayne, N° 368, Février Mars 2006,

123 x 153 cm, Collection Mylène et Jean-Luc Mylayne

(© Jean-Luc Mylayne, Courtesy Mylène & Jean-Luc Mylayne; 

Gladstone Gallery, New York, Bruxelles; Sprüth Magers, Berlin, London, Los Angeles)


Das Schaffen von Jean-Luc Mylayne (*1946) konzentriert sich seit über 40 Jahren auf die Begegnung mit Vögeln. Ihre flüchtige Präsenz hält er mit der Kamera fest. Der Vogel in seinem natürlichen Lebensumfeld ist Mylaynes charakteristisches Bildmotiv. Das Tier ist dabei nicht nur Darsteller, sondern auch konzeptueller Partner auf Augenhöhe. Die Ausstellung zeigt ein Ensemble von rund 40 Werken, die im Zeitraum von 1979 bis 2008 entstanden sind. Jean-Luc Mylaynes Fotografien wirken auf den ersten Blick wie beiläufig eingefangene Alltagsbilder, die sich in den Übergängen zwischen unberührter Landschaft ansiedeln. Neben der dominierenden Natur erscheinen Häuser, Strassen, Zäune und Mauern in der Ferne oder am Bildrand als Spuren menschlicher Zivilisation. Bezeichnend ist, dass sich auf jedem Bild ein Vogel befindet. Mylayne konzentriert sich auf den „einen“, bestimmten Vogel als Individuum, nicht auf dessen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art. Seine Bildkompositionen kreiert er aus der präzisen Wahl und Zusammenstellung von Lichtsituation, Wetter, Jahreszeit sowie der Bestimmung der Bildausschnitte und der Platzierung des Vogels. Jedes „Tableau“ ist präzise durchdacht, nicht das kleinste Detail ist zufällig. Die Bilder sind komplex komponiert und folgen stets dem konzeptuellen Ansatz des Künstlers. Mit all seinen Prämissen – der Anwendung der analogen Fotografie, der Herstellung von Unikaten, der Verwendung desselben Motivs über mehrere Jahrzehnte und vor allem der langen Entstehungszeit jedes Werks – schuf Jean- Luc Mylayne ein künstlerisches Œuvre, das gleichermaßen radikal wie poetisch ist und bis heute seinesgleichen sucht.


Herbst im Paradies

18..5. bis 11.8. 

Aargauer Kunsthaus

Aargauerplatz

5001 Aarau

Di-So 10-17 h, Do 10-20  h

www.aargauerkunsthaus.ch

GESAMTKUNSTWERK NORDART

Die beeindruckende Kunstschau im Kunstwerk Carlshütte in Büdelsdorf zeigt die Facetten zeitgenössischer Kunst 


Jan Koblasa, „Klagemauer/Wailing Wall“, 1973, Bronze


Skulpturen, Installationen, Bilder und Fotografien von mehr als 200 Künstlern aus aller Welt zeigt die 21. Auflage der NordArt vom 1. Juni bis 10. Oktober in Büdelsdorf. Die seit 1999 in den Sommermonaten stattfindende Veranstaltung gehört zu den größten jährlichen Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Europa. Die NordArt ist eine jurierte Ausstellung, die jährlich neu konzipiert wird. Sie bietet ein umfassendes Panorama internationaler zeitgenössischer Kunst in einem besonderen Ambiente. Mehr als 200 ausgewählte Künstler aus aller Welt zeigen Bilder, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen, die nicht nur für sich sprechen, sondern im Zusammenspiel und vor der einzigartigen Kulisse der Carlshütte und im historischen Skulpturenpark mit- und gegeneinander neue Perspektiven entwickeln. Mongolische zeitgenössische Künstler, denen die NordArt schon 2015 und 2016 eine große Bühne gab, werden erneut eine Auswahl ihrer Arbeiten zeigen, die sich aus animistischer Felsenkunst, buddhistischer Ikonografie, traditioneller Malerei, sozialistischem Realismus und westlich geprägter Abstraktion speisen und zu einem neuen, ganz eigenen Stil zusammenwachsen. Die NordArt wartet auch 2019 wieder mit neuen Highlights aus China auf. Nach den spektakulären Menschenaffen von Liu Ruowang und den Phoenixen von Xu Bing dürfen die Besucher auf ›Noah‘s Garden‹ von Deng Guoyuan und ›Babylonian‹ von Xi Jianjun gespannt sein. Der Länderfokus richtet sich in diesem Jahr auf Frankreich.


Nordart

1.6. bis 13.10.

Kunstwerk Carlshütte

Vorwerksallee

 

24782 Büdelsdorf

Di-So 11-19 h

www.nordart.de