Liechtenstein feiert Jubiläum

Kunstmuseum Liechtenstein feiert 300 Jahre Fürstentum


Gloria Friedmann, „Urahnen der Zukunft“, 1989, 

Kunstmuseum Liechtenstein

(© 2019, VG-Bildkunst)


Das Kunstmuseum Liechtenstein ist das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst mitten in Vaduz. Die Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein, zugleich staatliche Kunstsammlung des Fürstentums Liechtenstein, erhält ihr Profil besonders durch dreidimensionale Kunstwerke: Skulpturen, Installationen und Objekte. Arte Povera und Post-Minimal Art bilden inhaltliche Schwerpunkte. Gezeigt wird die Sammlung in temporären Präsentationen, begleitend zu den großen Wechselausstellungen zur internationalen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Anlässlich des Jubiläums „300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ zeigt das Kunstmuseum Liechtenstein eine große Ausstellung mit Werken aus der Fürstlichen Sammlung, der Sammlung des Kunstmuseums Liechtenstein und der Hilti Art. Die Fürstlichen Sammlungen beinhalten Werke europäischer Kunst aus fünf Jahrhunderten, Gemälde und Skulpturen von der Frührenaissance bis zur österreichischen Romantik. Die Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein ist der Kunst der Moderne und insbesondere der internationalen zeitgenössischen Kunst gewidmet, die Bestände der Hilti Art Foundation enthaltenWerke von der Klassischen Moderne bis zur Kunst der Gegenwart. Ausgehend von einigen thematischen Schwerpunkten treten ausgewählte Werke aus allen Sammlungen in einen lebendigen Dialog miteinander und ermöglichen die Erfahrung eines ungewöhnlichen Ereignisses: das Gespräch zwischen Meisterwerken aus unterschiedlichen Jahrhunderten über Fragestellungen, die die Künstler und die Menschen allgemein zu allen Zeiten bewegten und bewegen.    |ez|   

 

Liechtenstein. Von der Zukunft der Vergangenheit – 

Ein Dialog der Sammlungen

19.9.19 bis 23.1.2020

Kunstmuseum Liechtenstein

Städtle 32

Li-9490 Vaduz

Di-So 10-17 h, Do 10-20 h

www.kunstmuseum.li

Moderne in Schwarz-Weiß

Die Museen Böttcherstraße zeigen Fotografien von Eva Besnyö


Eva Besnyö, Sommerhaus in Groet, Nordholland, 1934, 

Silbergelatine (© Eva Besnyö)


Ich kam nach Berlin und da ging das Licht an“, soll die ungarisch-niederländische Fotografin Eva Besnyö laut Christiana Puschak über die Zeit, die sie in der Hauptstadt der Weimarer Republik verbrachte, gesagt haben. Im Jahr 1910 in Budapest als Tochter einer liberalen jüdischen Familie geboren, wuchs Besnyö bilingual auf, was es der jungen sozialkritischen Fotografin 1930 erleichterte, das nationalistische Ungarn unter Miklos Horthy in Richtung Berlin zu verlassen. Ihr Fotografie-Lehrer Jószef Pésci, bei dem sie zuvor zwei Jahre lang studierte, hatte ihr die Stadt ans Herz gelegt. Hier wird sie inspiriert vom Neuen Sehen und der Neuen Sachlichkeit. Zwischen diesen beiden Positionen entwickelte die Künstlerin eine eigene poetisch-experimentelle Bildsprache, die Zeit ihres Lebens Basis für ihr Œuvre blieb. Ihre Fotografien – ausschließlich in Schwarz-Weiß – zeichnen sich aus durch überraschendes Licht und ungewohnte Perspektiven. Nur zwei Jahre kann Besnyö in Berlin bleiben, bevor der erstarkende Nationalsozialismus sie zwingt, Deutschland zu verlassen. Sie geht nach Amsterdam, wo sie in kurzer Zeit sehr erfolgreich ist: 1934 findet ihre erste Einzelausstellung statt. Nach der Besatzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg versteckt sie sich und schließt sich dem niederländischen Widerstand an, für den sie beispielsweise Passfotos für gefälschte Papiere anfertigte. Nach dem Krieg gelingt es ihr, an ihren vorangegangenen Erfolg anzuknüpfen, zunächst vor allem durch beeindruckende Architekturfotografien, später, in den 1970er-Jahren, durch Fotoreportagen der niederländischen Frauenbewegung. Die Ausstellung „Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam“ in den Museen Böttcherstraße zeigt noch bis zum 22. April mehr als 80 Arbeiten der Künstlerin, überwiegend Originalabzüge aus ihrem Nachlass, die sämtliche Stationen ihres Lebens und Schaffens repräsentieren.  |lh|

 

Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam

bis 22.4.

Böttcherstraße 6-10

28195 Bremen

Di-So 11-18 h 

www.museen-boettcherstrasse.de