Frank Hoffmann- Cartoons, die das Leben spiegeln

Cartoons des Mainzer Zeichners Frank Hoffmann im Haus Burgund/Von Manfred Möller


Frank Hoffmann, „Der Exhibitionist“, 2018, DIN A4


Frank Hoffmann ist in diesem Jahr 80 geworden, sieht man ihn an, glaubt man dies nicht, man muss hinter das Gesicht schauen, um zu sehen, dass dieser Mann, der sich das Zeichnen selbst beigebracht hat, einen Fundus an Wissen hat, das er mit wenigen Strichen zu Papier bringt. Sein erste Zeichnung die in Richtung Cartoon ging, war die Zeichnung die er, noch Kind, für seinen Freund angefertigt hat. Dieser wollte unbedingt einen Löwen mit fünf Beinen und er bekam ihn. Währen des Lehramtsstudiums in Mainz hat er für die Mainzer Allgemeine Zeitung gezeichnet, und Witze für andere Zeitungen. Das kleine Honorar, das es für den Witz gab, half seinen schmalen Studentengeldbeutel etwas zu polstern. Hoffmann hat immer gezeichnet, scharfsinnige Kurzgeschichten geschrieben, meist aus einem Traum geboren und auch publiziert. Kurz vor seinem 50. Geburtstag kam die Schaffenskrise und der feste Vorsatz, wenn es jetzt nicht mit einem Preis bei einem der weltweiten Cartoonwettbewerbe klappen sollte, dann ist Schluss. Es klingt kitschig, aber er gewann den ersten Preis bei einem japanischen Cartoonwettbewerb , kurz vor seinem 50.Geburtstag. Der Bann war gebrochen. Es war als hätte einer einen Knoten durchschlagen und es hagelte Preise. Manchem Preis folgte auch eine Einladung, zum Beispiel nach Odessa oder nach Istanbul. Das war noch bevor Recip Erdogan den Türken die Pressefreiheit und den Humor nahm. Zurzeit zeigt Frank Hoffmann seine Cartoons in Korrespondenz mit einem französischen Comiczeichner in der Vertretung der Region Franche-Comté, dem Haus Burgund in Mainz. Mélita Soost, die Leiterin des Hauses, sagte in ihrer Begrüßung: “Lieber Herr Hoffmann, wären Sie in Frankreich sozialisiert, hätten Sie nicht bis zum 50.Geburtstag auf Erfolg warten müssen. Die „bande dessineé“ hat in Frankreich eine große Tradition“. Dass der Cartoon um Anerkennung ringt, zeigt schon die Vermischung der Begriffe Karikatur und Cartoon. Die Karikatur ist real, der Cartoon zeigt die Wahrheit hinter der Wahrheit. Frank Hoffmanns Cartoons zeigen skurille Situationen: Ein UFO landet in einer Stadt. Das grüne Männchen steigt aus – und bekommt erst einmal einen Strafzettel. Der Alien ist nämlich dummerweise auf einem Rasen geladen, der offiziell nicht betreten werden darf. Ordnung muss sein. So auch in einem anderen Cartoon: Der städtische Straßenkehrer bittet einen Jäger um einen Gefallen. Er möge doch bitte das einzige, am Baum verbliebene Herbstblatt abschießen. Oder der Delinquent, der sich schlapplacht, hängt doch am Schafott, wo er seinen Kopf verlieren soll, das Schild „Frisch gestrichen“. Mehr gibt es nicht zu sagen.

 

Cartoon trifft Comic –
Frank Hoffmann triff Pierre Glesser
bis 9.11
Haus Burgund
Große Bleiche 29
55116 Mainz
Mo-Do 9-18 h, Fr 9-13 h
www.haus-burgund.de  

Freund und Feind

Das Forum Würth Rorschach stellt das Tier in den Fokus

Pablo Picasso, „Colombe couchée (Schlafende Taube)“, 26.1.1653, Sammlung Würth Inv. 2214


Das Tier gilt als nächster Verwandter und ältester Begleiter des Menschen. Und doch ist ihr Verhältnis voller Gegensätze: nah und fern, vertraut und fremd, frappante Ähnlichkeit
und undurchdringliche Andersheit. Die Vorstellung des Menschen ändert sich von Epoche zu Epoche und tierethische Fragen werden immer häufiger. Die Ausstellung „Menagerie“ im Forum Würth Rorschach widmet sich ganz den Thema „Tier“ und präsentiert auf 600 Quadratmetern eine große Auswahl an Tieren, Fabelwesen und mythologischen Kreaturen aus der Sammlung Würth. Die ausgewählten Werke reichen von Pablo Picasso, über Barry Flanagan und Robert Longo bis hin zu Andy Warhol.  |ez|

 

Menagerie – Tierschau aus der Sammlung Würth
bis 3.2.19
Forum Würth Rorschach
Churerstraße 10
CH-9400 Rorschach
Di-So 11-17 h

www.wuerth-haus-rorschach.ch