Baselitz, Richter, Polke und Kiefer IN HAMBURG

Die Deichtorhallen zeigen frühe Werke der weltbekannten Künstler


Anselm Kiefer, „Wege“, 1977-1980, Öl und Holzschnitt auf zwei Leinwände aufmontiert, 160 x 260 cm, Sammlung Thaddaeus Ropac (Foto: Charles Duprat © Atelier Anselm Kiefer)


Die Deichtorhallen Hamburg stellen in der Halle für aktuelle Kunst regelmäßig in Großprojekten künstlerische Positionen der Gegenwart vor. Mit rund 3.800 qm bietet sie die größte zusammenhängende Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst in Europa und somit Raum für einmalige künstlerische Installationen, die so nur an diesem Ort möglich sind. Die neue Ausstellung „Baselitz Richter, Polke und Kiefer – Die Jungen Jahre der alten Meister“ zeigt vier weltbekannte Künstler, deren Renommee in der Geschichte der bildenden Künste Deutschlands einzigartig ist. Den Grundstein dafür legten sie mit ihrem Frühwerk, das in den 1960er-Jahren entstand – jenem Jahrzehnt der Herausforderungen und Umbrüche, der Utopien und Neuorientierungen, der Reaktion und Rebellion. Die damaligen Provokateure sind heute längst kunsthistorisch etabliert. Die Schau bietet in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart (dort lief die Ausstellung bis zum 11. August), einen neuen und umfassenden Blick auf die frühen Werke der heutigen Malerstars. Jeder der Künstler hat auf seine Art die damalige ästhetische Vorherrschaft der Abstraktion überwunden und auf individuelle Weise das gesellschaftliche und politische Spannungsfeld der jungen Bundesrepublik in seinen Werken verdichtet. In Hamburg werden die über 100 Werke der Ausnahmekünstler noch bis zum 5. Januar 2020 zu sehen sein. Mit der Schau begehen die Deichtorhallen am 9. November nicht nur ihr 30-jähriges Jubiläum, sondern feiern auch 30 Jahre deutscher Einheit. 

 


Baselitz, Richter, Polke, Kiefer:

Die jungen Jahre der alten Meister

13.9. bis 5.1.20

Deichtorhallen Hamburg

Halle für aktuelle Kunst

Deichtorstraße 1-2

Di-So 11-18 h

 

www.deichtorhallen.de

Reaktion auf den konkreten Raum

Thea Djordjadze im Kunst Museum Winterthur


Thea Djordjadze, „Untitled 7“, 2011, Inkjetprint auf Hahnemühle-Papier


Thea Djordjadzes skulpturale Werke sind nicht immer auf den ersten Blick als solche zu erkennen; oft schafft die Künstlerin raumgreifende Installationen, die sie erst in situ als Reaktion auf den konkreten Raum oder den Kontext einer Institution entwickelt. Für ihre Einzelausstellung 2017 in der Pinakothek der Moderne, realisierte sie überdimensionierte, den Raum strukturierende Vitrinen, in denen sie eine Auswahl von Papierarbeiten der Graphischen Sammlung München präsentierte. Zugleich gestaltete sie für die Betrachter bequeme Sitzinseln. Ihre künstlerische Praxis greift zuweilen tief in die institutionellen Strukturen ein. Djordjadzes Arbeiten können dadurch als Prozess des fortdauernden Kontextualisierens, Rekonfigurierens und Neuordnens von vorhandenen und neuen Objekten verstanden werden, als Zustand des Provisoriums, welches das Potential des Wandels in sich trägt. Diese Vorläufigkeit ist auch ihren Skulpturen aus „armen“, kunstfremden Materialien eigen. Oft scheinen ihre Arbeiten zerbrechlicher, vergänglicher Natur zu sein, für den Moment geschaffen, mit einer gewissen Offenheit, der die Künstlerin erst im Moment der Ausstellung eine gültige Form verleiht – zumindest auf Zeit. 1971 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren, studierte Djordjadze an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2009 lebt und arbeitet sie in Berlin. Eigens für das Kunst Museum Winterthur wird die Künstlerin neue raumgreifende Installationen entwickeln.

 


Thea Djordjadze:

one is so public, and the other, so private

7.9. bis 17.11.

Kunst Museum Winterthur

Beim Stadthaus

8400 Winterthur

Di 10-20 h, Mi-So 10-17 h

 

www.kmw.ch