Die Welt der Blumen

Variantenreiche Pflanzen-Schau in der Galerie Stihl Waiblingen


Michael Wesely, „Stilleben (15.1.-21.1.2014)“, 2014

(Courtesy Galerie Fahnemann © Michael Wesely/VG Bild-Kunst, Bonn 2019)


Vom 11. Mai bis 25. August 2019 rückt die Galerie Stihl Waiblingen anlässlich der Remstal Gartenschau Blumen in den Fokus. Die Ausstellung vermittelt einen weitreichenden Überblick über die Flora im Medium der Fotografie. Inspiriert von der jahrhundertealten Tradition des Blumenbilds, gewinnen Künstlerinnen und Künstler dem Sujet vielfältige neue Seiten ab. Dabei trifft bunte Blütenpracht auf sachliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen oder Wildwuchs auf strenge Inszenierung. 

Mit 35 herausragenden Künstlerpositionen aus zehn Nationen, darunter so namhafte Fotografinnen und Fotografen wie Imogen Cunningham, Robert Mapplethorpe, Nobuyoshi Araki oder Thomas Florschuetz, zeigt „Aufgeblüht und abgelichtet”: Blumen in der Fotografie in einer bislang nicht gesehenen Breite unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen. Verschiedenste Techniken – von der Langzeitbelichtung über das Spiel mit Spiegelungen bis hin zur Überlagerung von Motiven – eröffnen überraschende Sichtweisen auf die scheinbar vertraute Pflanzenwelt. Mittels vielseitiger Formen der Präsentation, wie der klassischen Fotografie auf Barytpapier, auf Dibond aufgezogene Drucke, Foto-Objekte, Dias und einer Videoarbeit, werden die Besucherinnen und Besucher angeregt, gängige Vorstellungen zu überdenken und die „Sprache der Blume“ auf neuen Wegen zu entdecken. Eigens zur Ausstellung kreierte die britische Künstlerin Rebecca Louise Law eine eindrucksvolle Installation aus echten Blumen für das Foyer der Galerie.

 

Aufgeblüht und abgelichtet: 

Blumen in der Fotografie

bis 25.8.

Galerie Stihl Waiblingen

Weingärtner Vorstadt 12

71332 Waiblingen

Di/Mi/Fr-So 11-18 h, Do 11-20 h

www.galerie-stihl-waiblingen.de

MENSCHENBILDER

Werkschau Friedrich Einhoffs im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück


Blick ins Atelier von Friedrich Einhoff (Foto: Friedrich Einhoff )


Ich kam nach Berlin und da ging das Licht an“, soll die ungarisch-niederländische Fotografin Eva Besnyö laut Christiana Puschak über die Zeit, die sie in der Hauptstadt der Weimarer Republik verbrachte, gesagt haben. Im Jahr 1910 in Budapest als Tochter einer liberalen jüdischen Familie geboren, wuchs Besnyö bilingual auf, was es der jungen sozialkritischen Fotografin 1930 erleichterte, das nationalistische Ungarn unter Miklos Horthy in Richtung Berlin zu verlassen. Ihr Fotografie-Lehrer Jószef Pésci, bei dem sie zuvor zwei Jahre lang studierte, hatte ihr die Stadt ans Herz gelegt. Hier wird sie inspiriert vom Neuen Sehen und der Neuen Sachlichkeit. Zwischen diesen beiden Positionen entwickelte die Künstlerin eine eigene poetisch-experimentelle Bildsprache, die Zeit ihres Lebens Basis für ihr Œuvre blieb. Ihre Fotografien – ausschließlich in Schwarz-Weiß – zeichnen sich aus durch überraschendes Licht und ungewohnte Perspektiven. Nur zwei Jahre kann Besnyö in Berlin bleiben, bevor der erstarkende Nationalsozialismus sie zwingt, Deutschland zu verlassen. Sie geht nach Amsterdam, wo sie in kurzer Zeit sehr erfolgreich ist: 1934 findet ihre erste Einzelausstellung statt. Nach der Besatzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg versteckt sie sich und schließt sich dem niederländischen Widerstand an, für den sie beispielsweise Passfotos für gefälschte Papiere anfertigte. Nach dem Krieg gelingt es ihr, an ihren vorangegangenen Erfolg anzuknüpfen, zunächst vor allem durch beeindruckende Architekturfotografien, später, in den 1970er-Jahren, durch Fotoreportagen der niederländischen Frauenbewegung. Die Ausstellung „Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam“ in den Museen Böttcherstraße zeigt noch bis zum 22. April mehr als 80 Arbeiten der Künstlerin, überwiegend Originalabzüge aus ihrem Nachlass, die sämtliche Stationen ihres Lebens und Schaffens repräsentieren.  |lh|

 

Friedrich Einhoff. Das vertraute Unbekannte.  

23.6. bis 15.9.

Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

Lotter Straße 2

49078 Osnabrück

Di-Fr 11-18 h, Sa/So 10-18 h 

www.museumsquartier-osnabrueck.de/