Leben am Toten Meer

Archäologie aus dem Heiligen Land im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz


Bemaltes Kosmetikfläschchen, 8,4 cm (h),  aus Fayence, 

Grabbeigabe, Jericho (Tell es-Sultan), 1650 - 1550 v. Chr. 

(Abbildung: © Ashmolean Museum Oxford)


Es ist eine Weltpremiere: Noch nie gab es in Deutschland, Europa oder darüber hinaus eine Ausstellung über die Archäologie und Geschichte rund um das Tote Meer. Tiefster Punkt der Erde, Mineralschlamm für die Haut, Zeitungslektüre im Wasser. Dafür steht das Tote Meer, dessen Ufer in Israel, Jordanien und im Westjordanland liegen, heute. Und obwohl das Leben an diesem extrem salzhaltigen See und in dieser kargen Region nur schwer möglich ist, boten Salz, Balsam, Datteln, wohltuende Mineralien oder Höhlen über viele Jahrtausende hinweg genügend Anreize, sich immer wieder am Toten Meer niederzulassen. Die Menschen bauten Siedlungen, Festungen und Kultstätten. Daraus entstanden berühmte archäologische Fundstätten wie Jericho, das lange als die älteste Stadt galt, Machaerus und Masada. Oder Qumran, wo die Glaubensgemeinschaft der Essener Texte auf Schriftrollen verfasst und in Höhlen verborgen haben soll. Spektakulär sind die Kult- und persönlichen Wertgegenstände, die vor Feinden in Höhlen versteckt und erst durch Archäologen wieder geborgen wurden. „Leben am Toten Meer“ stellt diese einzigartige Kulturlandschaft entlang der Themenpfade Natur und Lebensgrundlagen, Wellness, Mobilität, Siedlungen und Zufluchtsorte, Krieg und Frieden sowie Kult und Religion vor. Außerdem gewährt die Ausstellung Einblicke in die Geschichte der archäologischen Erforschung und der einzigartigen Textilfunde.

 


Leben am Toten Meer 

27.9. bis 29.3.20

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1

09111 Chemnitz

Di/Mi/Fr-So 10-18 h, Do 10-20 h

www.smac.sachsen.de

 

www.leben-am-toten.meer.de

Kunst ALS ein eigenständiger Erkenntnisweg

Der Bauhäusler Fritz Kuhr im Kunstmuseum Ahrenshoop


Fitz Kuhr: „Das Leben“, 1928, Öl und Gouache auf Pappe, 45 x 36,5 cm, Kuhrarchiv, Berlin


Im 100. Jubiläumsjahr des Bauhauses zeigt das Kunstmuseum Ahrenshoop eine Ausstellung zum Lebenswerk von Fritz Kuhr (1899–1975). Der in Lüttich (Belgien) geborene Maler, ab 1923 Student am Bauhaus, war einer jener jungen Künstler, die nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges die avantgardistischen Ideen der neuen Kunstschule begeistert aufnahmen und mit der Hoffnung auf eine Umgestaltung der Gesellschaft verbanden. Kuhr vollzog – noch als Student – 1925 den Standortwechsel nach Dessau mit, ohne dass der damit verbundene Paradigmenwechsel der Schule vom Vorbild der mittelalterlichen Bauhütte hin zu einer Orientierung auf das Industriedesign sein künstlerisches Denken wesentlich beeinflusst hätte. Von Anfang an begriff sich Kuhr als Maler. Wie viele andere, die vom Bauhaus herkamen, hielt er am Selbstverständnis des Künstlers als Einzelgänger in einer kunstfeindlichen Gesellschaft fest und suchte nach einem individuellen Modus der Entfaltung auf dem Weg der damals relevanten „Abstraktion“ zwischen geometrischer Verdichtung, Farbsystematik und surrealistischer Phantasie. Kunst war für Kuhr ein eigenständiger Erkenntnisweg. Sein großes Vorbild hierfür war Paul Klee (1879–1940), von 1921 bis 1931 Lehrer für freies malerisches Gestalten am Bauhaus. In die letzten Wirkungsjahre Klees in Dessau fiel die erste Lehrtätigkeit Kuhrs als Mitarbeiter Hinnerk Schepers in der Werkstatt für Wandmalerei. 1929–30 war er Lehrer für gegenständliches Zeichnen am Bauhaus, verließ die Schule aber Ende 1930 und zog nach Berlin. Hier überstand er die NS-Diktatur und den Krieg als Dekorationsmaler. Sein Lebenswerk steht heute exemplarisch für die Sinnsuche seiner von zwei Weltkriegen und einer verbrecherischen Diktatur heimgesuchten Generation.

 


„also wird gemalt“.

Der Bauhäusler Fritz Kuhr

14.9. bis 23.11.

Kunstmuseum Ahrenshoop

Weg zum Hohen Ufer 36

18347 Ostseebad Ahrenshoop

Mo-Mi/Fr-So 11-18 h

 

www.kunstmuseum-ahrenshoop.de