ZWISCHEN KUNST UND WISSENSCHAFT

Peter Weibel im ZKM Karlsruhe


(© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Foto: Joseph Tandl und Felix Grünschloß)


Vor dem Hintergrund von Peter Weibels kuratorischem und theoretischem Schaffen, er war zwanzig Jahre als künstlerisch-wissenschaftlicher Vorstand des ZKM tätig, zeigt die Schau wie der Künstler mit bahnbrechenden Werken entscheidende Entwicklungen in der Kunst des ausgehenden 20. und 21. Jahrhunderts vorweggenommen und gängige Vorstellungen von Kunst radikal in Frage gestellt hat. Die vom ZKM kollektiv kuratierte Ausstellung bietet erstmals einen Überblick über das Gesamtwerk eines Nomaden zwischen Kunst und Wissenschaft, der seine Problemstellungen bis heute konsequent in unterschiedlichen Materialien, Formen und Techniken verfolgt. Unter den Bedingungen des medialen Zeitalters hat Weibel seit den 1960er-Jahren ein Werk geschaffen, das künstlerische Kreativität konsequent als offenes Handlungsfeld zu denken wagt. Ausgehend von seiner intensiven Auseinandersetzung mit Sprachtheorie, Mathematik und der logischen Philosophie entwickelte er ab 1964 eine künstlerische Sprache, die ihn zunächst von der visuellen Poesie und experimentellen Literatur zur Performance und der Dekonstruktion filmischer Darstellung führte. Die Ausstellung zeigt die Entfaltung seines künstlerischen Schaffens von der Wahrnehmungskritik über die Sprachkritik und Medienkritik bis hin zur Wirklichkeitskritik. Parallel dazu entwickelte Peter Weibel neue utopische Visionen einer freien Gesellschaft und individueller Freiheit auf der Grundlage eigener technologischer Erfindungen.


respektive Peter Weibel

bis 8.3.20

 

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien

Lorenzstraße 19

76135 Karlsruhe

Mi-Fr 10-18 h, Sa/So 11-18 h

www.zkm.de

MULTIPLE MENSCHLICHE IDENTITÄTEN

Ausstellung zur Konstruktion unsere Doppelgänger                      im Hek Basel


Andreas Lutz „Offset XYZ“,  2018, 310 x 310 cm


Im Rahmen des Ausstellungsformats „Regionale“, das zeitgenössische Kunst aus dem trinationalen Raum zeigt, präsentiert das HeK eine Auswahl von Künstlern, die die vielfältigen menschlichen Identitäten befragen. Der Doppelgänger ist eine fantastische Figur in der Literatur, die immer wieder als Vorahnung des Todes auftritt. Die hochvernetzte Gegenwart fördert die Zunahme multipler digitaler Identitäten: Von Social-Media Accounts über personalisierte Avatare in Videospielen und anderen privaten Plattformen wie VR-Chats und Facebook Spaces multiplizieren wir uns selbst – kreieren Doppelgänger. Der Einsatz von Live-Streams verwischt zusätzlich die Grenzen zwischen privat und öffentlich. Die Unterhaltungsindustrie stellt den Menschen in den Mittelpunkt dieses Spektakels. Wir formen diese Doppelgänger und unsere Umwelt nach unserem eigenen Vorbild, wir leiten Algorithmen an, aus unseren Verhaltensweisen und Emotionen zu lernen. Doppelgänger überraschen uns nicht mehr, wir haben sie selbst geschaffen. Welche neuen Bilder und Bereiche von uns bleiben zwischen der Hingabe an einen technologischen Eskapismus und der Vorstellung unserer posthumanen Existenz noch zu entdecken? Die Künstler untersuchen in der Ausstellung die Konstruktion unserer Identität, indem sie erforschen, welche neuen Bedeutungen im Zusammenhang mit der Produktion von Avataren, Doppelgängern, allegorischen Landschaften und zum Leben erweckten Umgebungen kreiert werden. Mit Alessia Conidi, Andreas Lutz, Christine Camenisch & Johannes Vetsch, Lara Hampe & Vera Sebert, Dirk Koy, Jansa Jakub, Katrin Niedermeier, Lucas Lejeune, Raphael Spielmann und Till Langschied.


Regionale 20 - Avatare, Doppelgänger und allegorische Landschaften

24.11. bis 29.12.

 

HeK (Haus der elektronischen Künste Basel)

Freilager-Platz 9

CH-4142 Basel

Mi-So 12-18 h

www.hek.ch