Eine Schlüsselfigur der konzeptuellen Fotografie

Cindy Sherman erhält den Max-Beckmann-Preis 2019


Ciny Sherman, „Untitled“ 2016


Seit 1976 verleiht die Stadt Frankfurt am Main alle drei Jahre den Max-Beckmann-Preis zu Ehren des Künstlers, der von 1925 bis 1933 Lehrer an der Städelschule war. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Architektur. Wie die Kulturdezernentin Ina Hartwig bereits am 4. Dezember 2018 bekannt gab, geht der Preis 2019 an die Fotografin Cindy Sherman (*1954). Die Künstlerin wurde vor allem durch ihre Arbeiten wie „Complete Untitled Film Stills“ (1977-80) und ihre späteren Selbstporträts bekannt, in denen sie verschiedene Rollen einnimmt. Shermans konzeptuelle Fotografien verhandeln die Repräsentation der Frau in einer von Konsum und Medientechnologien getriebenen Gesellschaft und hinterfragen tradierte, patriarchal geprägte Sehgewohnheiten und einen nicht selten voyeuristischen Blick auf die Frau. Für die Filmtheoretikerin Laura Mulvey ist Sherman an der Deobjektivierung des weiblichen Körpers beteiligt und stellt sich somit gegen die kapitalistische Vereinnahmung von eben diesem. „Die Jury hat sich für Cindy Sherman entschieden, weil sie in ihrer Arbeit bereits seit 40 Jahren gesellschaftliche Themen verhandelt, die von höchster aktueller Relevanz sind. Ihre inszenierten Fotografien schärfen unseren Blick dafür, dass die Produktion und Rezeption von Bildern nicht unschuldig ist und bieten eine Folie, vor der Gender- und Identitätsfragen in den Blick rücken können. Über das Genre des Selbstprträts lässt sich zudem ein thematischer Bogen zu Max Beckmann schlagen, der ungewöhnlich viele Selbstbildnisse und Selbstdarstellungen in verschiedenen Rollen gemalt, gezeichnet, radiert und lithografiert hat.“ Der mit 50.000 Euro dotierte Preis, wird am 12. Februar (dem Geburtstag Max Beckmanns) verliehen. Unter den vierzehn Preisträgern, ist Cindy Sherman nach Maria Lassnig, Barbara Klemm und Agnès Varda erst die vierte Frau. |zk |

 

Max-Beckmann-Preis 2019

12.2. 18 h

Kaisersaal Rathaus Römer Frankfurt

Livestreams

https://www.kultur-frankfurt.de

Shades of Black and White – and Grey

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zeigt unbunte Werke aus der eigenen Sammlung

Michael Kidner, „Wave Multiple“, (1965) 1970, 

Edition 37/50, Siebdruck auf Plexiglas, 69 x 35 x 8 cm

(©  The Estate of Michael Kidner, courtesy Flowers Gallery, London / New York.)


Farben wirken auf den Betrachter individuell, emotional und rufen unterschiedliche Assoziationen hervor. Auch Schwarz und Weiß besitzen unzählige Nuancen und vielfältige Qualitäten. Welch variationsreiches Spiel auch mit dem unbunten Grau möglich ist, zeigen ausgewählte Beispiele aus der Sammlung des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern. Dabei versammelt „Zwischen Schwarz und Weiß - Bestandsprobe V“ vor allem Neuerwerbungen des Museums aus den letzten 10 Jahren. Zu ihnen zählen unter anderem die im letzten Jahr erworbene Lackskulptur des japanischen Künstlers Nobuyuki Tanaka sowie zwei Werke des belgischen Künstlers Marc Angeli, die sich seit 2013 in der Sammlung befinden. Zwei weitere Neuerwerbungen werden im Rahmen der Ausstellung erstmals den Besuchern vorgestellt: Eine Klanginstallation von Julius Stahl sowie ein Relief des britischen Künstlers Alan Reynolds. Diese und weitere, teils großformatige Arbeiten aus dem 20. und 21. Jahrhundert, darunter Gemälde, Skulpturen und Grafiken, sind nach Themen gegliedert, welche die besonderen Qualitäten der unbunten Farben zum Vorschein treten lassen: Licht und Verborgenes, Hell und Dunkel, Monochromie, neue Bildformen, optische Illusion sowie Linienspiele in Schwarz, Weiß und Grau. Parallel präsentiert das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern eine eigens für das Museum geschaffene, abstrakte, schwarz patinierte Stahlskulptur des 1945 in Den Haag geborenen Künstlers Lon Pennock, die im Außenbereich installiert wird. Modelle und Druckgraphiken des Künstlers werden in einem besonderen Raum der Ausstellung zu sehen sein. Die Ausstellung beginnt am 20. Februar und läuft bis zum 31. März. |zk|

 

Zwischen Schwarz und Weiß – Bestandsprobe V

bis 31.3.

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Museumsplatz 1

67657 Kaiserslautern 

Di 11-20 h, Mi-So 10-17 h 

www.mpk.de