Neuer Blickwinkel AUF DAS WERK VON EDWIN SCHARFF

Stefan Wissels künstlerischer Dialog im Edwin Scharff Museum Neu-Ulm


(Stefan Wissel, „Postproduktion“, 2019, Bronzestatue 

(Edwin Scharff „Junger Athlet“), Smarties, 189 x 64 x 55 cm


Intensiv setzt sich der in Düsseldorf lebende Künstler und Professor für Bildhauerei an der Uni Siegen, Stefan Wissel, mit dem Werk Edwin Scharffs auseinander. Im ersten Teil seines 2015 gestarteten Projekts inszenierte Wissel einen Ausstellungsraum zur Wiedereröffnung des Museums im Februar vergangenen Jahres. Aus dem umfangreichen Nachlass traf Stefan Wissel eine Auswahl für ihn relevanter Zeichnungen, Plastiken, Terrakotta-Figuren und Werkmodelle Scharffs und legte ihre Platzierung ebenso fest wie das Ausstellungsdesign oder die Raumgestaltung. Der zweite Teil, eine dialogische Auseinandersetzung mit dem Schaffen Scharffs, ist seit dem 19. Mai 2019 zu sehen. Unter dem Titel „Postproduktion“ sind nun eigene Arbeiten Wissels im Dialog mit Scharffs Werken zu sehen. Der Ausstellungstitel, den Wissel wie die Nachbearbeitung in der Filmproduktion benennt, nimmt auf das zeitliche Nacheinander der beiden künstlerischen Werke Bezug. Wissels eigens entworfene Arbeiten und Installationen antworten auf vorhandene räumlich-konzeptuelle Setzungen. Oder sie reagieren auf das von Scharff vorgegebene Thema und verbinden dieses mit aktuellen Fragestellungen. Wie in einem Dialog entsteht so ein komplexes Gewebe aus Resonanzen, Einlassungen, Zuspitzungen und Entgegnungen. Die Gegenüberstellung schärft zum einen die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Künstlergenerationen und ihren jeweiligen Sichtweisen. Zum anderen offeriert sie neue Blickwinkel und Assoziationsräume auf das vermeintlich vertraute Werk Scharffs. 

 

Postproduktion.

Stefan Wissel im Dialog mit Edwin Scharff

bis 30.7.23

Edwin Scharff Museum

Petrusplatz 4

89231 Neu-Ulm

Di/Mi 13-17 h, Do/Fr 13-18 h, 

Sa/So/Fei 10-18 h

www.edwinscharffmuseum.de

ENTWICKLUNG UNSERES LEBENSRAUMS

Die Stuttgarter Galerie Abtart zeigt eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Vereinbarkeit von Mensch, Tier und Natur


Marcel Walldorf, „Home Sweat Home“, 2014, Holz, Metall, Dachpappe, Holzschutzlasur, präparierte Hundeschnauze


Vier zeitgenössische Positionen treffen sich in der Stuttgarter Galerie Abtart „Auf fremdem Terrain“. Urban Hüter, Jan Kromke, Deborah Sengl und Marcel Walldorf loten in ihren Arbeiten die Beschaffenheit von Lebensräumen und deren Bewohnern aus. Die Ausstellung zeigt Arbeiten, die Natur, urbanen Raum und die Vereinbarkeit von Mensch und Tier reflektieren und zeitgleich in Frage stellen. In einer Zeit, in der ausreichend Wohnraum für alle knapp wird und der Fuchs seinen Weg in den städtischen Vorgarten gefunden hat, setzen sich die Künstler mit dem Blick auf Lebensräume und deren Bewohner auseinander. Die gegenseitige Beeinflussung von Mensch und Tier führt zu einem Nebeneinander von ursprünglicher Natur und dem dicht bevölkerten städtischen Raum. Die Sehnsucht des Menschen, eine stärkere Bindung zur Natur zu erreichen, trifft auf den Wunsch, Natur nach menschlichen Wünschen formen und bändigen zu wollen. Die Wegwerfgesellschaft und die Probleme im Bereich der Abfallentsorgung zeigen, dass Mensch und Natur zwar zusammengehören, es aber gleichzeitig in der Natur des Menschen liegt, Lebensräume ohne Rücksicht auf Verluste einzunehmen. Fremdes Terrain zu betreten, bedeutet aber auch immer neue Wege gehen zu dürfen. Und so geht es in der Ausstellung auch darum, Chancen und Möglichkeiten in den Blick zu nehmen und dabei den Humor nicht zu verlieren.  

 

Auf fremdem Terrain. Urban Hüter, Jan Kromke, 

Deborah Sengl, Marcel Walldorf

bis 12.7.

Galerie Abtart

Rembrandtstraße 18

70567 Stuttgart

Di-Fr 14-19 h u.n.V.

www.abtart.com