Inspiration im Dunkeln

Haus Opherdicke stellt Werke des Malers Edgar Ende aus


Edgar Ende, „Das gehörnte Ei“, 1962, Gouache auf Zeichenpapier, 64 x 50,4 cm Privatbesitz, Herzogenrath

(Foto: Thomas Kersten, © Michael Ende Erben/VG Bild-Kunst, Bonn 2018)


Das Haus Opherdicke im Kreis Unna widmet sich in seiner derzeitigen Ausstellung „Melancholie und Verheißung“ dem deutschen Künstler Edgar Ende. Die traumhaften und visionären Bilder des Malers und Grafikers stehen einerseits in der Tradition der metaphysischen Malerei und machen andererseits Ende zu einem wichtigen deutschen Vertreter des Surrealismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Schau präsentiert über 80 größere Gemälde, Gouachen, Grafiken und Zeichnungen sowie eine große Anzahl seiner sogenannten „Dunkelkammerskizzen“. Diese Skizzen entstanden Anfang der 1920er-Jahre. Zu dieser Zeit entwickelte der Kunstschaffende seine ganz eigene Methode der Bildfindung. Ende dunkelte sein Atelier ab und wartete darauf, dass ihn Visionen inspirierten und er seine Eingebung im Schein einer Taschenlampe auf Notizzettel skizzieren konnte. Verbunden mit der Fähigkeit, das Bewusstsein wirklich zu entleeren, gelangte er zu Bildideen aus dem kollektiven Unterbewusstsein, die es in der Form und in dieser Menge noch nicht gegeben hatte. Im Haus Opherdicke sind sowohl die Notizzettel als auch Zeichnungen und Gouachen bis hin zu den daraus entstandenen und ausformulierten Ölbildern ausgestellt      |ez|


Edgar Ende – Melancholie und Verheißung

bis 24.2.19

Haus Opherdicke

Dorfstraße 29

59439 Holzwickede

Di-So 10.30-17.30 h

www.kreis-unna.de

Gegenstandslose Wärme

Eine Retrospektive des Malers Rupprecht Geiger in Chemnitz


Rupprecht Geiger, 744a/82, 1982,  Acryl auf 

Hartfaser, 105 x 74 cm, Kunstsammlungen Chemnitz – 

Museum Gunzenhauser

(Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart © VG Bildkunst, Bonn 2018)


Karmin, Magenta, Scharlach, Ziegelstein – „Rot“ bezeichnet viele Farben. Diese stehen ab 1950 im Zentrum des Werkes des Autodidakten und studierten Architekten Rupprecht Geiger (1908-2009). Vergleichbar mit Yves Kleins Beschäftigung mit der Farbe Blau, schuf er über Jahrzehnte ein „Porträt der Farbe“. In seinem 1975 erschienenen „Rotbuch“ schrieb er, dass die Farbe für ihn „Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft“ sei. Der Maler spielte gemeinsam mit der von ihm gegründeten Künstlergruppe ZEN 49 eine bedeutende Rolle für die Gegenstandslose Malerei sowie die künstlerische Neuausrichtung im Deutschland der Nachkriegszeit. Nun widmen ihm die Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Gunzenhauser unter dem Titel „Pinc kommt! Rupprecht Geiger“ eine Retrospektive, die in Zusammenarbeit mit dem Schauwerk Sindelfingen und dem Archiv Geiger in München entstand. Noch bis zum 3. März 2019 liefert die Ausstellung mit 66 Gemälden, 34 Arbeiten auf Papier sowie Modellen für Installationen und Raumkonzepte einen Überblick über alle Schaffensphasen des Künstlers. Parallel ist noch bis zum 13. Januar 2019 im Hauptsitz der Kunstsammlungen die Ausstellung „Expressiv weiblich. Helene Funke“ zu sehen.         |lh|


Pinc kommt! Rupprecht Geiger

bis 3.3.19

Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Gunzenhauser

Stollberger Straße 2

09119 Chemnitz

Di/ Do-So 11-18 h, Mi 14-21 h, 

www.kunstsammlungen-chemnitz.de