Spannende Entdeckermesse

Zwölfte Ausgabe der Contemporary Art Ruhr


Michele Fiore, ohne Titel, 2017, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, Galerie Ulrich Gering, Frankfurt am Main


Seit 2006 findet die Herbst-Ausgabe der Contemporary Art Ruhr auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen statt. Dieses Mal zeigen Galerien, Kunstprojekte und Künstler aus der Region, aus Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden oder aus Südkorea vom 26. bis 28. Oktober in fünf Hallen zeitgenössische Kunst aller Disziplinen – ob Malerei, Skulptur, Zeichnung und Grafik, Fotografie, Installationen sowie Video- und Performancekunst. Auch dieses Jahr wird es einige Besonderheiten auf der Messe geben. So fördert das offene Ausstellungskonzept des open space, bei dem man um jeden Stand, ohne klassische Messekojen, die Barrieren bilden, herumgehen kann, die Kommunikation zwischen Besuchern, Künstlern und Ausstellern. Aber auch die Sonderausstellungen, die C.A.R.-Video-Lounge und ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Performances, Aktionen und Workshops runden das Programm ab. Zum vierten Mal findet der C.A.R. Super Saturday statt. Dort haben die Besucher die Gelegenheit, speziell für diesen Tag geschaffene Angebote wahrzunehmen: einzigartige Editionen und Unikate zu einem einmalig günstigen Preis zu kaufen, besondere Werke oder Künstlerbücher signieren zu lassen, an Kunstführungen teilzunehmen oder Kunstaktionen zu erleben. |ez| 


C.A.R. Die innovative Kunstmesse
26. bis 28.10.
UNESCO-Welterbe Zollverein,
Gebäude A5, A6, A8, A9, A12
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Fr Eröffnung um 20 Uhr, Sa 12-20 h, So 11-19 h
www.contemporaryartruhr.de

Tusche, TiGer und Tempel

Erstmals verlassen alle der Muryoji-Tempelmalerien Rosetsus Japan


Nagasawa Rosetsu (1754-1799), 1786, Detail aus einer Reihe von 6 Schiebetüren; Tusche auf Papier, Muryoji, Kushimoto.


Viel ist über Nagasawa Rosetsu (1754-1799) nicht bekannt. Fest steht aber, dass er ein begabter Künstler war, der zunächst bei Maruyama Okyo in die Lehre ging. Danach nahm der Zen-Buddhist Aufträge als Maler an, darunter auch einen für Wandmalereien im Tempel Muryoji. Der Legende nach malte er hier im Jahre 1786 in einer einzigen Nacht die bekannten monumentalen Gemälde eines Tigers und eines Drachens – die Zen-Symbole für die Urkräfte des menschlichen Daseins und der Natur. Diese beiden Wandmalereien sind nun der Mittelpunkt der Ausstellung „Rosetsu – Fantastische Bilderwelten aus Japan“, die noch bis zum 4. November im Museum Rietberg, dem einzigen Museum für Außereuropäische Kunst in der Schweiz, zu sehen ist. Die Ausstellung vereint rund 60 Werke des Künstlers aus zahlreichen Tempeln und renommierten Museen in Japan, Deutschland und den USA. Die Auswahl der Arbeiten macht die häufigen Veränderungen des Malstils Rosetsus deutlich. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie interpretieren althergebrachte Motive der ostasiatischen Malerei auf originelle Weise neu. So finden sich unterschiedlichste Sujets in ebenso divergierenden Formaten – von Damen im Quer- oder Hängerrollenformat bis zu Panoramas auf Paneelen und Stellschirmen. Seine Werke sind detailreich, dynamisch und oft voller Humor. Sie laden den Betrachter ein, mit amüsierter Faszination in eine längst vergangene Welt einzutauchen. Sowohl mit struppigen als auch feinen Pinseln malte Rosetsu, auch seine bloßen Finger setzte er als Malwerkzeuge ein. Nicht umsonst ist er als einer der innovativsten und exzentrischen Vertreter der frühen Moderne Japans bekannt.  |lh|


Rosetsu – Fantastische Bilderwelten aus Japan
bis 4.11.
Museum Rietberg
Gablerstrasse 15
8002 Zürich
Di-So 10-17 h, Mi 10-20 h
www.rietberg.ch