EINE ZEITREISE

Das Kirchner Haus rekonstruiert eine Ausstellung von 1948


Ernst Ludwig Kirchner, „Mädchen mit Hut“, 

Lithographie, 1908, Privatsammlung Deutschland


Im Museum Kirchner-Haus Aschaffenburg wird vom 18. Mai bis 28. Juli und vom 

6. September bis 3. November 2019 die Ausstellung „Ernst Ludwig Kirchner –Lebensstationen“ gezeigt. Im Zusammenhang damit lenkt eine Kabinettausstellung unter dem Motto „Christian Schad und Ernst Ludwig Kirchner in Aschaffenburg“ den Blick auf eine Ausstellung mit Kirchner-Grafiken im Jahr 1948.

Die Stadt litt noch unter den Auswirkungen des 2. Weltkriegs. Die meisten Kunstschätze waren noch ausgelagert, es gab kaum sichere Räume für deren Aufbewahrung, und die Sorgen der Menschen kreisten vor allem um die Sicherung der eigenen Existenz. Einige Bürger, darunter auch Christian Schad, gründeten eine Kulturliga, um das kulturelle Leben in der Stadt zu befördern. Diesen Männern gelang es, 

34 Grafik-Blätter Ernst Ludwig Kirchners für eine Ausstellung auszuleihen. Die Stadtverwaltung fand einen Raum in der Luitpoldschule. Fast 500 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit Werken des Expressionismus zu befassen, der von den Nationalsozialisten 1937 zur Entarteten Kunst erklärt worden war. Die Ausstellung war die erste Gelegenheit nach dem Krieg, die Aschaffenburger mit ihrem großen Sohn Ernst Ludwig Kirchner bekannt zu machen. Christian Schad hatte seinen Anteil daran. Auf großformatigen Tafeln wird dem Angebot aus dem Kirchner-Nachlass an die Stadt im Jahr 1946 nachgegangen und die Situation kurz nach dem Krieg gezeigt. Es wird vom kurzen Dasein der Aschaffenburger Kulturliga berichtet und von den Menschen, die sich 1948 für die Belebung des kulturellen Lebens in Aschaffenburg einsetzten. Schließlich wurde versucht, die Ausstellung vom März 1948 zu rekonstruieren. Ein Gönner hat es ermöglicht, die Lithographie „Mädchen mit Hut“ im Original zu zeigen.            


Ernst Ludwig Kirchner. Lebensstationen

18.5. bis 28.7. / 6.9. bis 3.11.

 

Kirchner-Kabinett: 

Christian Schad und Ernst Ludwig Kirchner in Aschaffenburg

16.5. bis 28.7.

KirchnerHAUS Museum Aschaffenburg

Ludwigstraße 19

63739 Aschaffenburg

Di/Do/Fr/Sa 14-17 h, Mi 16-19 h, So 11-17 h

www.kirchnerhaus-aschaffenburg.de

YOKO ONO IN LEIPZIG

Das MdbK zeigt die umfangreichste Werkschau der Künstlerin in Deutschland


Yoko Ono, „Painting to Hammer a Nail“, 1966, Privatbesitz

(©  Yoko Ono, Foto: Bigelow Taylor)


Ein zentrales Thema im Leben, Denken und Schaffen der japanisch-amerikanischen Künstlerin Yoko Ono (*1933) ist das Kräfteverhältnis zwischen Krieg und Frieden, wobei ihre Haltung eindeutig ist:  „Free you – Free me – Free us – Free them“, so hat sie es selbst vor wenigen Jahren zusammengefasst.

Mit „Peace is Power“ zeigt die mittlerweile 86-jährige Künstlerin fünf Jahre nach ihrer Retrospektive in der Schirn Kunsthalle Frankfurt im MdbK ihre bislang umfangreichste Werkschau in Deutschland.Yoko Ono ist eine der einflussreichsten und gleichzeitig umstrittensten Künstlerinnen unserer Zeit. Sie gilt als Pionierin künstlerischer Performance und Konzeptkunst sowie als eine der herausragenden Wegbereiterinnen der US-amerikanischen Fluxus-Bewegung. Schon 1961 zeigte sie in einer Ausstellung statt Bildern und Objekten ausschließlich Anleitungen. Diesen „Instructions“ kommt ein besonderer Stellenwert in der Leipziger Ausstellung zu, auch, weil sie nach wie vor der künstlerischen Haltung Yoko Onos entsprechen: „Wenn man die Anleitung liest, erhält man schon eine Vorstellung des Bildes, also warum noch ein Bild produzieren?“

Die rund 60 gezeigten Arbeiten und Werkreihen in Leipzig hat die Künstlerin gemeinsam mit ihrem langjährigen Freund und Kurator Jon Hendricks sowie Alfred Weidinger ausgewählt. 

Yoko Ono hat sich im Laufe ihres Schaffens mit unterschiedlichen Medien artikuliert. Ihre künstlerischen Anliegen hat sie in Installationen, Filmen, Fluxus-Arbeiten, Performances und, sehr selten gezeigten, Zeichnungen verarbeitet. Für das Museum ist es eine besondere Freude, dass drei ihrer frühen Performances unter Yoko Onos Anleitung im MdbK noch einmal aufgeführt werden.         


Yoko Ono - Peace is Power

4.4. bis 7.7.

Museum der bildenden Künste Leipzig

Katharinenstraße 10

04109 Leipzig

Di/Do-So/Fei 10-18 h, Mi 12-20 h

www.mdbk.de