Das Kunstjahr kann beginnen

Überblick über einige Aussteller der Art Karlsruhe/ Elena Zompi


Links: Weltkulturerbe Völklinger Hütte bei Nacht (in der Installation “Licht- Lumière”von Hans-Peter Kuhn

 © Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Gerhard Kassner)

Rechts: Tina Heuter, „Broken Bronze“, 2018, 40cm (Foto: Urs Kuckerts)


Die 16. Ausgabe der Art Karlsruhe findet 2019 vom 21. bis zum 24. Februar statt. In diesem Jahr treffen 208 nationale sowie internationale renommierte Galerien aus 16 Ländern in den Karlsruher Messehallen zusammen. Zusätzlich schaffen 20 Skulpturenplätze raumumgreifende Situationen, und insgesamt 196 One-Artist-Shows ermöglichen einen vertieften Einblick in das künstlerische Schaffen Einzelner. Für diese Solo-Auftritte wählen die Galeristen jeweils einen Künstler aus ihrem Programm aus und stellen diesen auf mindestens 25 Quadratmetern Fläche dem Messepublikum vor. Zeitkunst gibt Ihnen einen Überblick über das Messeprogramm ausgewählter Galerien.

 

Art28 aus Tübingen stellen eine Kombination aus Galerie, Verlag und Kunsthandel dar und haben dadurch ein besonders intensives und vielschichtiges Verhältnis zur Kunst. Sammler und Kunstinteressierte können sich auf der Art Karlsruhe in Halle 1 am Stand U08 die Portfolios der Art28 ansehen und sich von den hausinternen Kunsthistorikern beraten lassen. Auch in Fragen der Einrahmung kann das Team den Messebesuchern bestens weiterhelfen. Kunst ist für sie ein wertvolles Gut, das positive Gefühle vermittelt und eine Bereicherung des Lebens darstellt. Daher arbeitet die Art 28 mit Künstlern zusammen, deren Werke positive Gefühle vermitteln. Den Grundstein hierfür legte 2005 der New Yorker Künstler James Rizzi, dessen zentrales Ziel es war, mit seinen Bildern gute Laune zu verbreiten. Auf der Art Karlsruhe zeigen sie von James Rizzi, Janosch und Otmar Alt. Die Künstler Patrick Preller, Ulrike Langen, Yaniv Edery und David Gerstein werden in Kooperation mit Otmar Alt jeweils in einer eigenen One-Artist-Show auf der Messe zu sehen sein.

www.art28.com

 

Bereits zum neunten Mal nimmt die Galerie Artkelch aus Freiburg an der Art Karlsruhe teil. Artkelch ist spezialisiert auf Zeitgenössische Kunst der australischen Ureinwohner und bezieht alle Kunstwerke aus sogenannten ›community-based art centres‹. Das sind Künstlerkooperativen, die den Künstlern selbst gehören – ein klares Bekenntnis zu Provenienz, Authentizität und Fair Trade der Aboriginal Art. Auf der Messe ist die Galerie in Halle 2 am Stand E22 zu finden, wo sie Werke indigener Künstler aus den Wüstenregionen und dem Top End Australiens präsentiert, um einen Einblick in die Vielfalt der Contemporary Aboriginal Art zu bieten. Gezeigt werden unter anderem kleinformatige Papierarbeiten von No®girr®a Marawili und ausgewählte Rindenarbeiten und Skulpturen von Ivan Namirrkki. Beide gehören ohne Zweifel zu den großen Namen der Contemporary Aboriginal Art. Marawili lebt im Einklang mit der Natur. Bei ihr gibt es keine geraden Linien und das bei Kunst, die ausschließlich aus Linien besteht. Die organisch geometrischen Darstellungen ihres Landes, das berüchtigt ist für Zyklone, und Naturgewalten sind energiegeladen und unerbittlich experimentell. Außerdem präsentiert Artkelch Werke des Spinifex Art Projektes, eine kleine Künstlerkooperative in der Great Victoria Desert, die anhand der Kunst mehr als 55 000 Quadratmeter Land zurückgewinnen konnten. Gemeinschaftsarbeiten sind bis heute das Markenzeichen dieser Künstlerkooperative. Ein solches wird auch auf der Art Karlsruhe zu bewundern sein. Aber auch in Spinifex Country gibt es Einzelkünstler mit eigenem unmittelbar wiedererkennbaren Duktus. 

www.artkelch.de


 Links: Otmar Alt, „Typen vom Zirkus“, 1995

Rechts: Marion Eichmann „Blumen“, 2018, 175 x 138 cm


Zum ersten Mal hingegen befindet sich die Galerie Bernd Bentler aus Bonn auf der Karlsruher Messe. Sie ist seit den späten 1980er-Jahren im traditionellen Kunsthandel tätig und hat sich auf zeitgenössische Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute, mit dem Schwerpunkt auf ZERO-Kunst, spezialisiert. Von Günther Uecker, einem der Vertreter der ZERO-Künstlergruppe, wird unter anderem „Der Blaue Planet“ aus dem Jahr 2012 zu sehen sein. Diese Grafik widmet der Künstler unserem Planeten, der Erde, denn diese ist laut eigener Aussage des Künstlers „das Schönste, was wir haben, ein Ort der menschlichen Bewahrung. Um einem nationalen sowie internationalen Publikum die Künstler Bettina Hachmann, Martin Noël, Andrè Schweers und Marius Singer vorzustellen, zeigt die Galerie diese in jeweils einer eigenen One-Artist-Show. Alle Künstler haben hierfür ganz neue Arbeiten geschaffen. 

Messebesucher finden den 150 Quadratmeter großen Stand der Galerie in Halle 2 unter der Standnummer C11.

www.berndbentler.de

 

Eine weitere Galerie, die den Schwerpunkt auf die Künstler-Gruppe ZERO legt, ist die Galerie Heike Schumacher aus Überlingen am Bodensee. Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die bekanntesten Vertreter der ZERO-Gruppe wie Heinz Mack, Günther Uecker und Otto Piene, sondern auch auf Vertreter aus Holland, Frankreich und Italien, wie Turi Simeti, Enrico Castellani und Bernard Aubertin. Auch der Streetart-Künstler Mr. Brainwash wird mit neueren Arbeiten vertreten sein. Außerdem zeigt die Galerie auf der Messe Unikate ihrer Galeriekünstler Ralf Bittner, Prof. Jo Bukowski, Gabriele Einstein und Axel F. Otterbach. 

www.galerie-ueberlingen.de

 

In Halle 2 treffen die Messebesucher am Stand A16 auf Kunst der Klassischen Moderne und der Gegenwart der Galerie Bagnato. Seit 1987 besteht die Galerie, deren Ausstellungsraum Teil eines denkmalgeschützten ehemaligen Kelhofes aus dem 17. Jahrhundert ist. Der zur Kunstgalerie umgewandelte Scheunenraum besteht aus 3 Ebenen mit geweißelten Wänden von bis zu 10 Metern Höhe. Ein besonderer Schwerpunkt der von März bis Ende Oktober stattfindenden Ausstellungen liegt auf Malerei und Zeichnung. Auch Installationen, Skulpturen und Objekte werden präsentiert. Zusätzlich finden im STUDIO der Galerie ganzjährig Einzelausstellungen statt. Seit 2004 ist die Galerie auf der Kunstmesse vertreten, dieses Jahr mit Arbeiten von Fitsum Berhe, Wanyu Brush, Silvia Brosig, Johannes Dörflinger, Wolfgang Glöckler, Fryderyk Heinzel, Harald Kienle, Uschi Lüdemann und Herbert Zangs.

www.galerie-bagnato.de

 

Erstmalig auf der Art Karlsruhe wird die Galerie Root Reiner Maria Matysik, den renommierten Bildhauer und Professor der Burg Giebichenstein in Halle, präsentieren. Er zeigt eine Installation mit 14 Wachsobjekten aus seiner Serie ›postevolutionärer Lebensformen‹. Ebenso zum ersten Mal auf der Art Karlsruhe, ist der renommierte Pop-Art Künstler Andreas Amrhein. Sowohl Amrhein wie auch Matysik sind Dozenten an der Akademie für Malerei Berlin. So wie auch Cornelia Genschow, die die Galerie Root bereits zum dritten Mal auf der Art Karlsruhe präsentiert. In diesem Jahr vor allem mit großformatigen, mit Blattgold ausgefüllten Schablonengraffittis von Gräsern. Die Akademieleiterin Ute Wöllmann ist ebenfalls mit großformatigen Ölbildern vertreten, die das Thema botanische Strukturen aufgreifen. Spektakulär gemalte zwei Meter hohe Ölbilder von Blumen der kurz vor dem Abschluss stehenden, vielversprechenden Künstlerin SINAH und großformatige Acrylbilder von Wäldern und Bäumen der Künstlerin Hanne Karch werden ebenfalls auf der Messe zu sehen sein. Wie in jedem Jahr sind auch die Porzellankünstlerin Ursula Commandeur, der Steinbildhauer Jo Kley und die mit hochgläzenden Lackfarben malende abstrakte Künstlerin Margit Buß mit hochaktuellen Arbeiten aus den Ateliers zu sehen. David Rothenfels und Sabine Kybarth, sind frischgebackene Absolventen der Akademie für Malerei Berlin und haben ebenso wie SINAH ihren ersten öffentlichen Auftritt vor einem großen Fachpublikum. David Rothenfels hat sich mit einer spektakulären Neuinterpretation an ›Das letzte Abendmahl‹ von da Vinci gewagt und wird mit diesem Bild sicherlich für Aufsehen sorgen.

www.galerie-root.de

 

In Halle 3, am Stand K27 finden Messebesucher die Mianki.Gallery aus Berlin Schöneberg. Die Galerie arbeitet mit Künstlern zusammen, die ihr eigenständiges Profil durch die Fokussierung auf außergewöhnliche Materialhaftigkeit gewinnen. Im Rahmen der One-Artist-Show zeigt die Galerie Arbeiten von Claudia Kallscheuer, darunter unter anderem ›12 Monate – work in progress‹, in der sie fünf Jahre lang täglich den Wetterbericht auf gebrauchte Teebeutel aus Seidenorganza mit der Nähmaschine bestickt. Es erinnert an einen eigenwilligen Tagebucheintrag. Der tägliche Rhythmus des Schreibens offenbart am Ende, dass es um etwas ganz anderes als das Thema Wetter geht, nämlich um unsere Stimmungen, Gefühle und Verfassungen oder vielleicht auch nur darum, überhaupt ins Gespräch zu kommen. Zudem zeigt die Galerie Werke weiterer deutscher Künstler wie Tina Heuter, Jakop Kupfer, Katharina Schnitzler und Michael Schuster. 

www.mianki.com 

 

Die Galerie Tammen & Partner aus Berlin gehört zu den bedeutenden Kunsthäusern. Der diesjährige Schwerpunkt der Galerie liegt auf ihren One-Artist-Präsentationen der Künstler Sonja Edle von Hoeßle, Marion Eichmann, Dietmar Brixy und Lars Theuerkauff. Die Arbeiten der Künstlerin Marion Eichmann aus Berlin sind Passagen zu ihrer intensiven Welterkundung. Bereits in der Vergangenheit stießen ihre Arbeiten auf der Karlsruher Messe auf großen Anklang. Der deutsche Maler Lars Theuerkauff (*1968) beginnt seine Arbeit mit verschiedenen Fotografien zu einem Thema – sowohl eigene Aufnahmen als auch found footage aus dem Internet. Zwischen den Einzelbildern entdeckt er einen neuen Zugang zu alltäglich gewordenen Bilderwelten des Glücks, aber auch des Verderbens. Seine Malerei verdichtet diese Bildfolgen dann zu einem einzigen neuen Motiv. Die so entstandenen Gemälde, beispielsweise eines innigen Moments zwischen Vater und Sohn oder von Gefangenen des IS kurz vor ihrer Hinrichtung, sind Fenster und Spiegel zugleich. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Welt, in der wir leben, sondern auch auf uns selbst. 

Der Künstler Dietmar Brixy kommt gerade von einer weltweiten Ausstellungstour – von Hongkong bis Miami – rechtzeitig zur Art Karlsruhe zurück, um mit seinem einzigartigen Malduktus zu überzeugen. 

www.galerie-tammen-partner.de

 

Die Galerie Schöber wurde im Jahr 2000 in Dortmund gegründet. Sie fördert zeitgenössische Kunst mit den Schwerpunkten Druckgrafik, Malerei, Skulptur, Zeichnung und Editionen durch regelmäßige Ausstellungen, Messeteilnahmen und Beratungen. In Halle 4 am Stand M04 zeigt sie die Künstler Sónia Ancieto, Eberhard Bitter, Mechthild Ehmann, Felix Haspel und Anastasiya Nesterova. In ihrer One-Artist-Show präsentiert sie die Arbeiten der 1963 geborenen Bildhauerin Sieglinde Gros. In der diesjährigen Sonderschau zu Druckgrafiken der Art Karlsruhe präsentiert die Galerie die Arbeiten des Kunstschaffenden Constantin Jaxy.

www.art-isotope.de

 

Wer sich für Urban Art interessiert, wird bei dem Stand S23 des Weltkulturerbe Völklinger Hütte in Halle 1 fündig. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist ein international bedeutendes Zentrum der UrbanArt. Die ›UrbanArt Biennale®‹ der Völklinger Hütte zeigt alle zwei Jahre die neuesten Entwicklungen und Positionen dieser Kunst des 21. Jahrhunderts und ist zugleich das größte UrbanArt-Projekt der Welt. In den letzten vier ›UrbanArt Biennalen‹ seit 2011 hat das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die 200 wichtigsten Künstler präsentiert, mehr als 400 000 Besucher haben die Biennalen besucht. Zentrum der ›5. UrbanArt Biennale® 2019 Unlimited‹ ist die große Möllerhalle, eine Erz-Siloanlage vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Zahlreiche internationale UrbanArt-Künstler werden auf einem Parcours von 100 000 Quadratmetern ortsfeste Installationen speziell für ›ihren‹ Ort in der Völklinger Hütte erschaffen. Auf der Art Karlsruhe können interessierte Besucher erste Einblicke gewinnen.

www.voelklinger-huette.org